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Memorabilia Tigurina : neue Chronik oder fortgesetzte Merkwürdigkeiten der Stadt und Landschaft Zürich / Johannes Heinrich Erni
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N a t h h a u s.

Das gegenwärtig stehende Rathhaus ist das dritte, welches seitdem Anfang des zürcherischen Freysiaats auf diesem Platze gebaut wor-den. Das älteste war ganz von Holzwerk, und wurde im I. 1398abgeschliffen, und ein anderes gebaut, welches 7000 Pfund kostete,und dessen Bau im I. 1400 vollendet war. Unter diesem Rathhauswar eine Laube oder Bogengang, worunter sich Buden befanden, indenen auf der einen Seite die Kleinbrödler auf der andern Seite Krä-mer feil hatten. Ao. 1894 wurde dieses geschlissen und 1699 der Baudes gegenwärtigen, unter dem Bauherrn Heinr. Holzhalb vollendet,und kostete 215,315 Pfund. Es wurde den 22. Juny 1698 mit gro-ßer Feyerlichkeit eingeweiht, und erhielten alle Mitglieder des kleinenund großen Raths, wie auch die Pfarrer der 4 Stadtkirchen eine auf'diese Feyerlichkeit geprägte Denkmünze, einen Thaler an Werth. DasGebäude ruht auf 2 starken, in die Limmat hinaus gelegten Gewöl-ben. Rings herum über den Fensterbogen des untern Geschosses siehtman in erhabener Arbeit die Büsten alter römischer, griechischer undciosgenössischer Helden. Das Portal ist von schwarzem inländischemMarmor mit Säulen, Gesimsen und darüber stehenden Schildern undEhrenzeichen des Kantons geziert. Ueber dem Portal steht die In-schrift : ÜEO ET PATRIiE SAG. HiEC CURIA IUSSU ET AU-SPICIIS S. P. Q T. E FUND AM. EXTR. ET COND. ESTANNO CHR. MDCXCIV. ET SEQQ, Auf dem mittlern Bodenist die große Rathsstube, ehemalige Räth- und Bürger-Stube unddie Rathstube. Auf dem untern Boden die Zimmer der Finanz-Com-mission, oder ehemals des Rechenraths, und einige andere. Auf demobern Boden ist die Wohnung des Großwaibels oder Rakhhaus-Ab-warts. Sowohl in den Zimmern als auf den Lauben befinden sich ei-nige sehenswerthe Gemälde. Unter dem Dachstuhl sind einige Gefan-genschaften angebracht.

Reformation und dritte Iubelftyer derselben Ao. 1819.

Undenkliche Zeiten hindurch hatte auch unser Vaterland, von feUner Bevölkerung an, in der Finsterniß des Heidenthums gelegen. Wiebey den alten Römern *) und Galliern wurden auch hier Götzenbildes!

®) Vergl. Hoüingeri Hist. eccles. T. VIII, p. 1040. ft