Von den Cammergütern. ivz
daß freylich die Domainen in manchem Staate kaumden dritten Theil so viel Einkünfte abwerfen, als manden Werth derselben an baarem Gelde nutzen könnte.
Nach einer solchen Beschaffenheit nun ist der Vor-theil, der aus gänzlicher Verkaufung allerDomaincnerwächst, handgreiflich, und die Veräußerung scheintdannenhero sehr rcuhfam zu seyn: wie man sich dennin Oesterreich aus diesen Gründen wirklich bewegenlassen, fast alle Domainen zu verkaufen.
§. 80.
Allein, allerdieserBefchaffenheitungeachtet, wür-de ich dennoch niemals zur gänzlichen VeräußerungderCammergüter anrathen. Ein guter Cameralist scdembare Vor»muß nicht bloß auf das Gegenwärtige, sondern eben Mssen"auf an-st» hauptsächlich auf das Zukünftige sehen; und es ist Egchvbm
gewiß ein großcrMangel in dem Staate, wenn eineso w chtige Nummer in den Einkünften des Regen-ten abgeht, als die Cammergüter sind, worauf nichtnurder Staat eigentlich fundiret ist, sondern, die auchbeständig eine so unschädliche Vermehrung der Ein.fünfte zulassen *). Mazr muß also der gegenwärti-gen Nothdurft des StaakS, und der richtigen Abfüh-rung der Interessen eher auf alle andere möglicheArt,als hierdurch, zu statten zu kommen suchen, und da.bey unermüdet arbeiten, diejenige Beschaffenheit derSachen abzuändern, welche die geringe Nutzung derEammergüter verursachet. Es lassen sich aber solcheUmstände gar bald aufheben, wenn man eine Hoch-achtung für die Occonomiewissenschafc bezeige?, unddie Sache ernstlich anzugreifen weiß. AlsdergroßeWirth, der König Friedrich Wilhelm in Preußen,zur Regierung kam, so fand er in den meisten seinemZepter unterworfenen Ländern, eben so schlechte Nu-tzung von den Domainen, als wir in dem vorherge-Wenden §j)tro vorgestellet haben; und als die Bedien-
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