Hey den Ausgaben des Staats. 485
hätte; so würden die Leidenschaften, der Eigennutz,und die Nebenabsichten nicht so häufig die Größe undWichti gkeit der Ausgaben bestimmen, als es leider inder Welt geschieht,
§. Z85.
Es ist jedoch nicht zu läugnen, daß dieseRegelinder Anwendung nicht verschiedeneSchwierigkeiten fin- Regel. 'den sollte. Es sind unzählige Dinge und UmständeVorhanden, die zu der Wohlfahrt des Skaatö etwasbeytragen; und es laßt sich nicht allemal sofort ent-scheiden, welche Sache mehr oder weniger das Bestedes Staats befördert. Meines ErachtenS muß manin solchen Fällen zuförderst darauf sehen, ob eine Sa-che unmittelbaren oder mittelbaren Einfluß in dieGlücks stakest des gemeinen Wesens habe; und eö istkeinZweifel, daß nicht diejeniqeSache, deren unmit-telbarer Einfluß offenbar vor Augsn liegt, den Vor-zug verdienen sollte *). Unter zwey Dingen aber,die bende einen gleich starken unmittelbaren Einfluß indas Beste des Staats haben, muß man wohl derjeni-gen Sache die erste Stelle in der Größe und Wich-tigkeit der Ausgaben einräumen, die dergestalt zu derinnerlichen Erhaltung der Republik gehöret, daß sieohne dieselbe nicht bestehen kann. Jedoch ist es auchgewiß, daß man dabei) allerdings auf die Nebenum-stande sehen muß, die mit dieser Sache im Verhält-nisse stehen. Denn öfters kann eine sehr nützliche An-stalt mit wkniqern Kosten zu Stande gebracht wer-den, weil die Mittel darz» überall genugsam zuhabensind; dahingegen zuweilen eine Sache, diekaumebendiesnNutzen leistet, viel mehr Unkosten erfordert, weildie Kenntniß in den darzu erforderlichen Dingen, undüberhaupt die Mittel hierzu seltener sind.
") So richtig diese Entscheidung an sich selbst ist; somuß doch ein weiser Regent seltene Verdienste undHh Z Ee-