5Z2 Von den Ausgaben
der Unterricht viel eigentlicher auf die Kriegeswissen«schoft eingerichtet, als bey einem Cadetrencvrps;und da die jungen Leute hier nicht so durch den wirkli-chen Dienst abgehalten und zerstreuet werden, als beyder Einrichtung der Cadets ; so können sie in ihremStud-ren ungleich mehr Fortgang haben. Nachder Starke der in Wien und der Neustadt errichtetenKriegeöschule, werden darzu 72 bis 80 tausendTha«ler jährlicher Aufwand erfordert. Allein, nach der8?aaße des hier zum Beyspiele genommenen Krieges-Etats, wird es genug seyn, wenn die Hälfte daraufverwendet wird. Es würde nicht undienlich seyn,bei derley Anstalten mit einander zu verbinden, und diejungen Leure, nachdem sie genugsam unterrichtet wor-den, unter dem Cadeltencorpü noch ein Jahr wirklicheDienste verrichten, und dabey ihr Studiren fortsetzenzu lassen. Auf diese Weise würden sie auch in demDienste genugsam geübet seyn, und sofort mit NutzenDfstciersstellen bekleiden können *).
*) Wir müssen noch einer nützlichen Anstalt gedenken.Dieses ist die Versorgung der armen Ofsicierswit-wen mit Pensionen. Die gesunde Vernunft kaun esunmöglich billigen, daß man die Officiers von demHeimchen abzuhalten suchet. Kann man alsdennwohl erwarten, daß sse Heilige seyn, und nicht aufallerley Ausschweifungen in der Liebe verfallenwerden, und kann man sie hernach wohl deshalb un-gnädig ansehen? Der Dienst des Vaterlandes lei-det auch darunter nicht das geringste. Ist wohl einverheirathetcr Römer jemals weniger tapfer gewe-sen? Alles kömmt darauf an, mir rvas für Grund-sätzen ein Mensch erfüllet ist. Man brauchet auchgar nicht zu erlauben, daß die Lfficiersweiber ihrenMännern in den Feldzügen folgen. Die, so einenOfstcier heirather, muß sich schon vorher vorstellen,daß sie öfters von ihm getrennel werden wird. Mankann gar nicht laugnen, daß man nicht hin und wie-der den OfsicierSwilwen Pensionen ertheilen sollte.Mein, das geschieht gemeiniglich aus der Chatoulle,