Siebenden Theils zweytes Buch. 71
ner anzugreiffen. Als aber ſeine Voͤlckerdas Cadober⸗Thal erobert, aus welchem dieVenediger ſich nicht nur zu beholtzen, ſon-dern auch ihre Schiffe aufzubauen pflegen,kam ihr Heerfuͤhrer Dalviano mit zehen-tauſend zu Fuß und zweytauſend zu Pferd,beſetzte die Eingaͤnge dieſes Thals, und ſchlugdie Kaiſerlichen in die Flucht; ſetzte auch ſei-ne Kriegs⸗Ubungen mit ſo gutem Gluͤcke fort,daß er in kurtzer Zeit den Kaiſerlichen beyfuͤnf und vierzig Staͤdte, Schloͤſſer und Fle-cken in Friul, am Karſt und in Iſtenreichaberoberte. Worauf der Biſchoff von Tri-dent getrachtet, einen Anſtand auf drey Mo-nathe lang zu machen. Die Venetianer aberwollten ſolchen auf drey Jahr haben. Alsnun auch die Frantzoͤſiſchen Geſandten beydieſer Handlung ſich befunden, und den An-ſtand auf alle Verbundenen, ſonderlich aberauf den Hertzogen von Geldern, der mitMaximilian im Kriege ſtuhnd, erſtreckenwollten; der Kaiſer aber ſolches nicht zuzu-geben geſinnet; als machten die Venetianermit Einſchluß aller Verbundenen in Italieneinen dreyjaͤhrigen Stillſtand mit dem Kai-ſer, krafft deſſen ein jeder, was er wuͤrcklichbeſaͤſſe, waͤhrender Zeitſbehalten ſollte, ſtelltendem Koͤnig in Franckreich heim in gleichen An-ſtand, ſo es ihm beliebte, zu treten; mitwelchem Wehnen e ſie ſich den Koͤnig
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