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Die Religion innerhalb der Grenzen der blossen Vernunft / vorgestellt von Immanuel Kant
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273
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unter der Herrschaft des guten Princips. 27z

so ist es wenigstens doch möglich, daß hier eiy Irr,thum vorwalte. Alsdann aber würde er es aufdie Gefahr wagen, etwas zu thu», was höchst Unrechtseyn würde, lind hierin eben handelt er gewissen-los. — So ist es Nun mit allem Gcschichts-undErfchcinunqsglauben bewandt: daß nämlich dieMöglichkeit immer übrig bleibt, es sey darin einIrrthum anzutreffen, folglich ist es gewissenlos,ihm bey der Möglichkeit, daß vielleicht dasjenige,was er fordert, erlaubt, oder unrecht sey , d. i.auf die Gefahr der Verletzung einer an sich gewissscn Menfchcnpflicht, Folge zu leisten.

Noch mehr, eine Handlung, die ein solchespositives (darfür gehaltenes) Offcnbarungsgcfctz ge»bietet, sey auch an sich erlaubt, so fragt sich, obgeistliche Obere oder Lehrer es , nach ihrer ver»meynien Ueberzeugung dem Volke als Glaubens-artikel (bey Verlust ihres Standes) zu bekennenauferlegen dürfen ? Da die Ueberzeugung keine an.dere als historische Beweisgründe für sich hat, indem Urtheile dieses Volks aber, (wenn es sich selbstnur im mindesten prüft), immer die absolute Mög»Uchkcit eines vielleicht damit, oder bey ihren klagt,sieben Auslegung vorgegangenen Irrthums übrigbleibt, so würde der Geistliche das Volk nöthigen,«was, wenigstens innerlich, für so wahr, als eSeinen Gott glaubt, d. i. gleichsam im AngeflehteGottes, zu bekennen , was es, als ein solches,doch nicht gewiß weiß, z. B. die Einsetzung eine--ewisscn Tages zur periodischen öffentliche,, Beför,Lanrs philos. Reltgionslehre. S de«