Die
220 Schauplatz der Natur.Baͤume, legen. Sie durchbohren nicht nur
Fliegen Eichen⸗Blaͤtter, es ſey nun in der Mitte,
3 oder am Ende bey dem Stiele; ſondern auch
offters junge Knoſpen, vermittelſt des ebenerwehnten Gliedes, mit deſſen zu unterſtbefindlicher Spitze ſie biß in das Mark ein-dringen: Zu gleicher Zeit laſſen ſie einenTropfen von ihren bittern Saffte einflleſ-
ſen, und legen ein oder mehr Eyer dahin.
Wenn nun der Knoſpen gedachter maſſenbiß in die Mitte durchbohret iſt, ſo kan derNahrungs⸗Safft nicht ordentlich flieſſen,
ſondern wird durch das Fliegen⸗Gifft in
eine Gaͤhrung oder Erhitzung gebracht, weilſolches die benachbarte Thelle entzuͤndet, unddie natuͤrliche Farbe des Laubs an ſelbigemOrte veraͤndert, Dieſer Nahrungs⸗Safft,der in ſeinen Roͤhrbeinen nicht mehr ordent-lich fortlaufen kan, rinnet aus, und ergieſ-ſet ſich rings um das Eylein. Daſelbſt wirder von den Lufft⸗Blaͤslein, welche durch dieRinde eindringen und in den Lufft⸗Roͤhr-lein hin und wieder ſteigen, auseinandergetrieben und aufgeblaſen; durch die aͤuſ-ſere Lufft aber ausgetrocknet und etwasin die Runde herum gehaͤrtet, auf welcheWeiſe er einer Kugel oder Nuß aͤhnlichſcheinet. Dieſe Kugel behalt ibren Zu-fluß, wird groͤſſer, und waͤchſet nach undnach wie die uͤbrigen Theile des Baumes,und iſt dasjenige, was man einen Gall-Apfel nennet. Der