Die
246 Schauplazʒ der Natur.trifft bey dem Ameiſen⸗Freſſer vollkommen
Ameiſen⸗ ein: Denn er lſt eben ſo gedultig, als der-
Greſſer.
ſchlagen. Er bringt zuwellen ganze Wo-chen, ja Monathe, zu, ohne ſich von feinerStelle zu bewegen, und was am wunder-wuͤrdigſten, ohne zu freſſen.
Selne Maͤßigkeit, die ihm ſo vleles hilft,iſt ſo groß, daß ich welche ein halbes Jahrin einer wohlverſchloſſenen Schachtel habeleben ſehen, worinnen nichts als Sand
eweſen. Ich habe geſehen, daß ſie ihrerbeit, wie gewoͤhnlich, verrichtet, undhernach ſich in ein Puͤpgen verwandelt, ſo-wohl als andere, die ich immer gut gefuͤtterthatte. Jedoch iſt wahr, daß dieſelbigengroßer und ſtaͤrcker werden, welche zu freſ-ſen bekommen. fWenn der Ameiſen⸗Freſſer ein gewiſ-ſes Alter erreichet hat, und ſich veraͤndernwill, um in ſeiner letzten Geſtalt, die erhaben ſoll, zu erſcheinen: ſo verfertiget erkeine Grube mehr, ſondern arbeitet denSand um, und ziehet eine Menge unordent-licher Furchen, dem Anſehen nach, um ſicheinen Schweiß zu erwecken: hernach ſteckter ſich unter den Sand. Da kan es ſeyn,daß der Schweiß, der aus ſeinem Leibebricht, die Sandkoͤrngen, die er beruͤhret,zuſammen leimet. Ich vermuthe jedoch,daß das Thier alle Koͤrngen mit einem kleb-rigten Faden zuſammen haͤnge, und ſichdaraus