Band 
Erster Theil. Von Insecten, Thieren und Pflanzen.
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296
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DieVoͤgel.

DesBruͤten.

296 Schauplatz der Natur.

te machen, daraus ſie ein reinliches, ſiche-res, und bequemes Haus, fuͤr ſich und ih-re Familie verfertigen. Ste haben keinenEymer zum Waſſer ſchoͤpfen, keinen Karrenden Sand herbey zu fuhren, keine Kruͤckezum Moͤrtel ruͤhren; jedoch ſehe ich, wie ſieoͤffters zum Brunnen fliegen, die Fluͤgel indie Hohe halten, die Bruſt in das Waſſertauchen, und ſolches Tropfen weiſe auf denStaub abſchuͤtteln, ihn alſo befeuchten, undhernach mit dem Schnabel anruͤhren. Al-lein ich falle Ihnen mit allzuvielem Redenbeſchwehrlich, Herr Chevalier, und kannicht laͤugnen, daß ich die Voͤgel uͤbermaͤſ-ſig lieb habe.

Der Chevalier. Madame geruhen fort-zufahren, ich bitte gar ſehr, und hoͤre mitgroͤſſeſtem Vergnuͤgen zu. Wenn nun dasNeſt fertig iſt?

Die Graͤfin. Wenn nun das Neſt fer-tig iſt, ſo legt das Weiblein Eyer darein,weniger oder mehr, nachdem die Art iſt.Einige legen auf einmahl nur zwey Eyer,

andere vier oder fuͤnf, einige 17. oder 18.

Hernach ſetzen ſich, das Maͤnngen undWeibgen, eines nach dem andern daruͤber,jedoch das Weibgen am oͤffteſten. Hierkan man die Wuͤrkung nicht genugſam be-wundern, welche durch eine hoͤhere Ver-

nunft an dieſen kleinen Geſchoͤpfen hervor

gebracht wird. Denn ſie ſelber wiſſen ima gering-