12 Schauplatz der Natur.
Zeit erwecket, laͤſſet er die Erde etwas aus -
ruhen, welche durch ſo viele Gewaͤchſe ganzerſchopfet worden.
Die Graͤfin. Die Schoͤnheit der Blu-men bringet uns ſo groſſes Vergnügen, daßwir ausgeſonnen haben, wie wir uns ſel-biges auch im Winter verſchaffen moͤgen.Wir bringen die Uiberbleibſel des Herbſtesin Sicherheit, ja oͤffters zwingen wir Fruͤh-lings⸗ Blumen zum Aulbluhen lange vor-hero, ehe die Weſten⸗Winde ſich ſpuͤhrenlaſſen, als welche allezeit gar zu ſpat ſicheinſtellen. Die Tuberoſen, Rain, Blu-men, Storchen⸗ Schnabel und anderewohlgewartete Blumen, koͤnnen nur garſpaͤt erſcheinen: man laͤſſet ſie nebſt derHaus⸗ Wurz ſo lange dauren, biß der wil-de Lorbeer⸗Baum in unſern Gemaͤchernin aller Sicherheit gegen den Nord⸗Windbluͤhet. Wenn man den Anemonen undVeilgen mit einer geringen Waͤrme hilft,die Hyacinthen und Narciſſen in warmeLufft und Waſſer ſtellet, ſo koͤnnen wir dasGeſimſe unſerer Camine alle Tage mitfriſchen Blumen zieren, auch in dem truͤ-beſten Wetter: Auf dieſe Weiſe verbin-den wir den Herbſt und den Fruͤhling mit-einander, daß ſte ſich gleichſam bey denHaͤnden faſſen.
Der Prior. Die Blumen wechſelnnicht allein von einer Jahrs⸗ Zeit 105ern