282 Schauplaz der Natur:
Suͤlſen Ranken kan man durch Abbrechen derHruͤchte. Spitzen am Wachsthum hindern, auch dieallzu vielen Schoͤßlinge abnehmen, damit
das uͤbrige deſto beſſer zunehme. Viel-
mehr ſchaͤdlich, als nuͤzlich, iſt die Gewohn-
heit, wenn man gleich anfaͤnglich die bee-
den Herz⸗Blaͤttlein abreiſſet, und hernach
auch die maͤnnlichen Bluͤthen, ſo man ganz
Siehe unrecht falſche Bluͤthen nennet. Dieſedes erſten Skuͤcke ſind gar nicht vergebens an derTheils Pflanze vorhanden. Sie wiſſen bereits,14. Ge, was fuͤr wichtige Dienſte ſie ihr leiſten,ſpraͤche. und daß ſie von ſelbſten ver welken,wenn ſie nicht mehr noͤthig ſind, ohne daß
der Menſch der Natur duͤrfte zu Huͤlfekommen, oder ihre Ordnung veraͤndern,
15 anders, als ob ſie ſich betrogen
aͤtte.
Der Chevalier. Geſchiehet aber die-ſes nicht, auch wenn man die Fruͤchte an ei-nem Baume ausmuſtert, und wegnimmt,was allzu viel iſt?
Der Pior. Es wird in dieſem Falleihre Ordnung nicht geaͤndert. Der Menſchhat die freye Wahl. Iſt ihm weniges, aberſehr gutes, Obſt, lieber, als eine groſſe Men-ge mittelmaͤßiges, ſo kan er gar wohl, ohneeinige Unordnung zu ſtifften, einen Theilwegnehmen, damit das uͤbrige deſto beſſerzunehme. a
Auf dieſe Weiſe ber faͤhret man a0ug-