336 Schauplaz der Natur.
Das Ge⸗faſſen. Aus dieſen preſſen ſie fuͤr das
trayde. Pflauzlein die noͤthige Nahrung, wohin
auch die Saͤffte gehoren, ſo das Pflaͤnz-
lein aus der Hülſe an ſich ziehet, als inwelche es kleine Aeſtlein ausbreitet.
Stengel. Hingegen der Stengel ſchieſſet ſo gera-
de in die Hoͤhe, als er immer kan. Indem
der Erd⸗Safft in die Lufft⸗ Loͤcher der
Wurzel dringet, beuget er ſie, und neiget
ſie abwaͤrts. Hingegen treibt er den
Stengel empor. Hierzu traͤgt auch die
Lufft etwas bey, ſo in die Lufftloͤcher des
Steugels dringet. Alſo waͤchſet der
Sal Stamm der Pflanze ganz unvermerkt in
ſe einer zarten Huͤlſe, die ihn umglebt. Der-
gleichen Einfaſſungen ſind bey den Pfian-
zen gar gemein, man findet an den mei-
ſten Bluͤthen welche, ja ſo gar an den
Blaͤtter-Knoſpen der Baͤume. Zuwei-
len waͤchſen dieſe Huͤlſen immer fort in die
Laͤnge, nicht anderſt, als ob ſie Herzblaͤtter
vorſtellen wolten, wie man gar deutlich
an den Knoſpen der Caſtanien-Baͤume
wahr nimmt, wenn ſie ſich aufthun. Doch
nach einiger Zeit verwelken ſie, ſobald
nemlich dasjenige auſſer Gefahr iſt, was
ſie bewahren ſolten.
Blaͤtter. Den fünften oder ſechſten Tag faͤngt
gan eine grüne Spitze von den Getrayde-
Koͤrnlem herfuͤr zu ſtechen. Dieſer ſchwache
Slengel iſt nichts anders, als eine Rolle
uͤber-