Sechs u. zwanzigſtes Geſpraͤche. 477
ich wiſſen, auf was Weiſe ein Vergolder Dievermag kuͤpfernen oder ſilbernen Geſchirren Berg-das Anſehen von Goldenen mitzutheilen? Werke.Wie er dembleyernen Laub und Blumen-Werk den Glanz des Goldes voͤllig gebenkan? ob gleich deſſen Weſen fehlet. 8Der Prior. Die Arbeit iſt wohl ſe-henswehrt: Allein zu erzehlen viel zu weit-läufftig, weil man ſolche ſubtile Vortheilegebrauchet, die man mit den Augen am be-ſten faſſen kan. Ich will ihnen alſo nuruberhaupt eine Nachricht geben, welcheihre Begierde vielmehr erwecken als vergnuͤ-gen wird. 5Die Vergolder legen das Gold entwederauf Metalle oder auf andere Materien.Sie gebrauchen gemahlenes, oder geſchla-genes Gold in Blaͤtlein. Wollen ſie friſchvergulden, das iſt Silber oder Kupfer, ſonehmen ſie etwas weniges Gold, das imScheid Waſſer aufgeloͤſet und zu Kalchworden, und ſetzen es im Schmelz- Tiegelmit achtmahl ſoviel Queck⸗ Silber uͤberdas Feuer, beede Materien awalgamirenſich oder werden zu einem annoch etwasfluͤſſigen Teig. Dieſen ſtreichet man uͤberdas ſilberne Geſchirr, nachdem es zuvor aufgewiſſe Weiſe zubereitet worden, ſetzet esauf einen Roſt über ſtarkes Feuer, ſo al-les Queck⸗ Silber im Rauch wegjaget.Sodann giebt man ihm eine rothe Farbg,5 wel-