510 SgGebrauch 3Wozu nütet alſo der Schau„ Platz delNatur? Solte er nicht einem Spiegel glei-chen, in dem man etwas anders, als denSpiegel ſelber ſiehet? Oder einem Raͤzel/welches unter denen Vorbildern die manſiehet, noch andere Sachen verborgen hat;die man mit Vergnügen endlich entdecket
Dieſer Begriff iſt der richtigſte, den wir unsmachen koͤnnen. Beydes die Religion unddie Vernunfft treiben uns zur Aufmerkſam-keit auf die Sprache des Himmels, derErde, und der ganzen Welt: Wir ſollenunſere Ohren zu ihrer Stimme neigen, dieuns die Herrlichkeit des Herrn verkündiget/und uns ſeine unſichtbahre Krafft an ſeinen
Werken zeiget. Folglich iſt das Anſchauen.der Natur elne Theologie der gemeinen Leu-
te/ in welcher alle Menſchen lernen koͤnnen/was ihnen zu wiſſen dienet.
Viele geſchickte Leute haben ſelbiges da-zu angewendet, um zu beweiſen, daß einGott ſey. Wir loben zwar die gute Metz“nung derer, die ſich befliſſen haben, einenordentlichen Beweiß deswegen zu führen;allein ich glaude nicht, daß ihre Arbeit groſ-ſen Nutzen ſchaffe. Niemand laͤſſet ſeineUhr deßwegen ſehen, damit er beweiſenmoͤge, es gaͤbe einen Uhrmacher. Wer eineſchoͤne, Maſchine betrachtet, zweifelt nicht aneinem geſchickten Meiſter, der ſie verfertigethabe. Man kan dieſe beeden Wach
f eie