des Schauplatzes. 337
der Goͤttlichen Weisheit zu ergruͤnden: Un-ſer Verſtand hat viel zu enge Schranken,daß er ſo weit reichen koͤnnte. Das Augedes geringſten Wurms iſt im Stande ihnzu ermuͤden. Es iſt ein Abgrund, darinnenwir uns verliehren. So aber iſt es mitder Guͤtigkeit nicht beſchaffen, die unſert-wegen ſo viele Wunder thut. Wir koͤn-nen ſie nicht erkennen, ohne vollkommener zuwerden: Und obſchon dieſe Guͤtigkeit unend-lich iſt; ſo vermoͤgen wir jedoch eine ſolcheDanckbarkeit und Liebe dafuͤr zu hegen,welche eben ſo wohl keine Schranken leidet.Es ſcheinet ſo gar, GOtt fordere dieſes vonuns; ſo viele Sorge hat er getragen, daß wirja ſeine Guͤtigkeit nicht ohnbeobachtet laſſenkoͤnnen; da er doch das allerwunderbahre-ſte in der Structur ſeiner Werke vor unsverbirget. Dieſe Unwiſſenheit, darinnen wirin Anſehung ihrer ſtecken, verurſachet, daßwir bißweilen dieſe oder jene Dinge vor un-nuͤze halten, oder der Gerechtigkeit GOt-tes vor ungeziemend. Die wahre Aufloͤ-ſung dieſer Schwierigkeiten finden wir al-lein in der Guͤte GOttes. Einige Exem-pel werden meine Meynung erlaͤutern. 5Unter den einfachen Blumen, deren In Din-Nothwendigkeit ſo bekannt it, findet man agieine groſſe Menge gefuͤllter Blumen, wel, ſcheinen,che keinen Saamen tragen. Worzu dienet wie die
dieſes, wird man ſagen, eine Blume ſo gefuͤllten. Li 5 praͤch⸗Blumen.