Band 
Dritter Theil. Enthaltend, was ausser und in der Erde zu betrachten.
Seite
539
JPEG-Download
 

7

des Schauplatzes. 739

Weisheit gleichet einer zaͤrtlichen Mutter,welche alles beſorget, was ihre Kinder be-duͤrfen; ſa welche ſich nicht ſchaͤmet, mit ih-nen zu ſpielen, und an ihren ErgoͤzlichkeitenTheil zu nehmen. 5Die Betrachtung der Guͤtigkeit GOt-tes raͤumet noch einen Einwurf aus dem We-ge, welcher noch mehreren Schein vor ſichhat. Wie ſoll man mit der GerechtigkeitGottes die Erſchaffung ſo vieler ThiereG bloß zum Schlach!en beſtimmet ſind. Man geſtehet! daß ſie In 3muͤſſen getoͤdet werden? Denn man koͤnnte che unil-die Erde nicht mehr bewohnen, wenn man ih⸗ lig ſchei-per Zahl und ihrem Alter keine Schranken nen, alsſezete. Allein war es nothwendig, ſie des⸗wie daswegen zu erſchaffen, damit ſie getoͤdet wuͤr⸗ Feiden? Wenn wir uns deswegen beklagen dereſo iſt es eben als ob wir klagen wollten/ Thiere.ir waͤven allzureich. Menn uns nicht an19 5 iſt, daß GOtt Thiere geſchaffenat, die zu unſerer Kleidung und Nahrungtaugen; ſo muß uns guch nicht anſtandigſeyn, daß er vor unſere Nothduürftigkeitenſorget. Ein Ochſe iſt nicht nur ein treffli-ches Nahrungs⸗ Mittel, ſondern auch einbelebtes, das herum gehet, ſich ſelbſten ſei-nen Unterhalt verſchaffet, und ſich ohneWiederſtand dem Meuſchen ergiebt, wenn

es die Noth erfordert. Folglich iſt dieſes

eine doppelte Gutthat.Dan