rausſchweifende Luͤſte ſeines Herzens er-füllen allein ganze Buͤcher⸗Saͤle. Eserfordert alſo die ohnumgaͤngliche Noth-wendigkeit, daß wir uns gewiſſe Schran-ken bey einer Materie vorſchreiben, inwelcher man ſo weitlaͤufftig ſeyn kan.Indem die beruͤhmteſten Schrifft-ſteüler uns eine Abſchilderung des Men-ſchen lieferten, ſo erwehlten ſie ganzvernuͤnftig ſeine Sitten zu ihrem einzi-gen Augenmerk, weil ſie dafuͤr hielten,man muͤſſe ihm zuvor die Thorheit ſei-ner Begierden begreiflich machen, eheman ihn zur Weißheit fuͤhren wolle().Sie haben uns alſo denſelbigen mit al-len ſeinen Laſtern abgemahlt, und alsdasjenige vorgeſtellt, wozu ihn ſeineungezaͤhmte Luͤſte wuͤrklich machen.Hierdurch haben ſie ihm einen ſehr groſ-ſen Dienſt erzeiget. Man muß ihm ſei-ne Fehler nothwendig vorſtellen, damiter ſich ihrer ſchuͤme; und man muß ihmallerdings ſeinen jůmmerlichen Zuſtanderoͤfnen, damit er ſuche, ſich heraus zureiſſen. Da aber dieſe geſchickte Mah-ler ihm bereits einen unverbeſſerlichenEntwurf ſeiner Schwachheiten darge-leget, und die kuͤnſtliche Verſtellung ſei-ner5 apfentla prima eſt, Elultitia carviſſe. Hotat.
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Fünfter Theil. Worinnen der Mensch an sich selbst, dessen Beruf und Geschicklichkeit betrachtet wird.
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