Band 
Fünfter Theil. Worinnen der Mensch an sich selbst, dessen Beruf und Geschicklichkeit betrachtet wird.
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Erſte Unterredung. 7

ſezet iſt die Reichthuͤmer des Erdbodens detzu genießen: Es gereichet ihm aber zu ei⸗ ener noch unendlich groͤßern Ehre, daß 1 adem Geber alles Guten wohlgefallen, und ee fdaß er die Hand anbeten kan, welcheihn mit Wohlthaten uͤberſchuͤttet. Vordemjenigen, welchen GOtt zu ſeinem Statt-halter auf Erden verordnet hat, iſt keinMittelweg uͤbrig; Er muß entweder alsein Aufruͤhrer nach einer unumſchraͤnktenHerrſchafft trachten, oder er muß ſeinemOberherrn die Huldigung leiſten.

Das allerhoͤchſte Weſen hatte zu ſei-ner Gluͤckſeeligkeit weder die Fruͤchte einesgewißen Baumes, noch die Entſchließun-gen des Menſchen noͤthig; Wohl aberhatte der Menſch noͤthig/ ein ausdruͤcklichesBekentniß ſeiner Dankbarkeit und ſeinerEhrerbietung abzulegen. Es diente alſodieſe einzige Einſchraͤnkung, welche GOttder Freyheit des Menſchen ſetzete, ſowohlzu einem Erinnerungs⸗Zeichen ſeiner Unter-wuͤrfigkeit, als zu einer feyerlichen Bezeu-gung ſeiner Gottesfurcht.

Ja, es laͤſſet ſich mit Grunde behaltten, daß in dieſer Ausnahme eben ſo vieleGuͤtigkeit hervor leuchte, als man Gerech-tigkeit darinnen erblicket. Es war dem Men-ſchen unendlich vortheilhaftiger, ein Be kennt-niß von der Oberherrſchafft ſeines Schoͤp-fers abzulegen als deßelbigen befreyet zu 106

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