16 Schauplatz der Natur.
allein anreizet alles zu unterſuchen und zu ge-brauchen. Nimmt man den Menſchen vonihr weg, ſo ſind alle ihre Schaͤe verlohren.
Wenn man von einem Koͤnige ſagt,daß, von einem Ende ſeines Reiches bißzum andern, alles ſeiner Herrſchafft un-terworffen ſey, ſo verſtehet man es nichtauf ſolche Weiſe, als ob es auf ſeinemBefehl beruhe, daß die Unterthanen ihreMahrung zu ſich nehmen, daß die Waͤl-der wachſen, oder daß die Thiere ſichvermehren wollen. Wenn man ſagt,daß ihm alles unterworffen ſey, ſo verſtehtman darunter, daß er alles gebrauchen, undalles ordentlich einrichten koͤnne. Auf die-ſe Weiſe iſt auch der Menſch ein Koͤnigder Natur. Es iſt ein Gluͤck vor ihn, daß,ohne ſein Bemuͤhen und ohne ſeine Anſtalt,die Fiſche an den Ufern der Fluͤſſe, unddie Thiere auf den Feldern ihre Nahrungfinden. Waͤre er dieſer Sorge nicht uͤber-haben, ſo muͤßte er darunter erliegen. Al-lein ſo ſind ſie alle mit Sinnen und mitgenugſamer Geſchicklichkeit begabt, ſichihre Nothdurfft ſelbſt zu ſchaffen. Alles,was die Erde hervorbringt, das wird al-le Tage durch eine ordentliche und unver-aͤnderliche Fortpflanzung vermehret. DerMenſch findet, daß ſich dieſe Schaͤze be-ſtaͤndig verneuern, ohne daß er ſich da-rein miſcht. Allein er richtet ihren Ge-brauch