DieHerr-ſchafftdesMen-ſchen.
faſt unendlich vielen Nerven, die ſich durch
46 Schauplatz der Natur.
die Ferſe und durch alle ſeine Theile ausbreiten, im Stande eine unglaubliche Men-ge verſchiedener Bewegungen vorzuneh-men; Es ſeye nun daß der Menſch ſeine
Sicherheit von ihm verlange, oder daß er
die Verrichtungen der dienſtbaren Thiereuͤber ſich nehmen, oder auch dieſelbe nach-
ahmen wolle. Denn er gebrauchet nichtallemahl die Fuͤſſe des Pferdes, ſondernbegnuͤget ſich oͤffters mit ſeiner eigenen Hur-tigkeit. Zuweilen ermuntert er ſeine Glie-der, indem er gleich dem Widder allerleySpruͤnge macht. Zuweilen ſchwingt erſich mit einem Anlauffe in die Lufft, undſetzet gleich einem Hirſchen uͤber dasjenigeweg, worauf er ſeinen Fus nicht ſetzenkunnte. Gar oͤffters laͤſſet er die voͤllige Laſtſeines Leibes auf einem einigen Fuſſe ru-hen, gleich dem Kraniche; Ja, was keineiniges Thier zu thun vermag, er haͤlt ſichim Gleichgewichte, und zeiget allerley Stel-lungen/ obwohl er die Erde kaum mit derSpitze eines Fuſſes beruͤhret. Er drehetſich auf ſeiner Ferſe im Crayſe herum; ererdenket unzaͤhlig vielerley Schritte, ſowohllangſame und ernſthafftige, als geſchwindeund hurtige:() Dieſe ſezt er alle zuſam-men, und macht ſie nacheinander weg, mit ſoviel-————(*) Die Tanz Kunſt.