Dritte Unterredung. 47
11...vielfaͤtiger Veraͤnderung, und in einer ſo Diegenau abgemeſſenen Zeit, daß er das Aug, Zerr-das Ohr und das Gemüthe zugleich ergoͤ⸗ ſchaffttzet, als welche ihr Vergnügen allezeit an zen-demjenigen finden, was wohl zuſammen ſchen.ſtimmt. Gemeiniglich aber unterlaͤſſet er
dieſe Bemuͤhungen, deren Ruhm haupt-ſaͤchlich in der Schwierigkeit ſie vorzuneh-
men beſtehet, und demnach lernet er von
dem Tanzen nur ſoviel, als ihme dienen
kan, ſeinen Bewegungen ein ungezwunge-
nes Weſen beyzulegen, oder ſeine natuͤrli-
che Gaben anſehnlicher zu machen, im uͤb-
rigen aber traͤgt er wenig Luſt in den Ver-wendungen ſeines Leibes und im Lufftſprin-
gen eben ſo viele Geſchicklichkeit zu beſitzen,
als ein Aff oder als eine Heuſchrecke.
Alle dieſe Muskeln und Nerven, wel⸗ Dieche dem Beine das Vermoͤgen geben, ſich Wade.auszuſtrecken, zu beugen, zu heben, zu ſchwin-gen, herumzudrehen, und vielerley andereBewegungen vorzunehmen, ſind hinter demSchienbeine in eine zierliche Rundung zu-ſammen gebracht. Sie dienen alſo zu ei-nem ſanflen Kuͤſſen, worauf dieſes ſo em-pfindliche, ſo unentbehrliche und ſo zerbrech-liche Bein ausruhen kan. Ja ſie verwah-ren es auch/ als eine ſichere Schutz-Mauer,gegen die gefaͤhrliche Zufaͤlle, ſo das Augeauf derſelbigen Seite nicht bey Zeiten wahr-zunehmen vermag.
Nach