Dritte Unterredung. 79
muͤſſe; daß er ſie ohne ihren Beyſtand nicht Dieeinmahl ausuͤben koͤnne; und daß ein jeder Herr-von ihnen eben ſo viel Recht habe, als er, ſchafftweil ein jeder, Krafft ſeiner Vernunft und freu,ſeiner Geſchicklichkeit, ebenſowohl, als er, ſchen.ein Ebenbild des Allerhoͤchſten iſt, welcheralles regieret. NEben ſo, wie der Loͤbe aus dem An-ſchauen ſeiner Klauen erkennet, wozu er ge-macht iſt, und von keinem Geſetze weis, dasihm hinderlich fiele, ſeinem Beruff nachzu-kommen; Eben ſo erkennet auch der Menſchſeine Gerechtſame und ſeine Schuldigkeit,wenn er ſein Vermoͤgen betrachtet und ſeinGewiſſen fraget. Weder eines, noch dasandere, kan ihm verborgen bleiben. Fer-ner: Eben ſo, wie die Gewalt des Loͤwensauf die Land⸗Thiere eingeſchraͤnket iſt, weilihm Gott den Zugang in die Lufft und indas fluͤſſige Element verbotten hat; Ebenſo erſtrecket ſich hingegen die Gewalt desMenſchen uͤber die Voͤgel und uͤber dieFiſche, weil ihm GOtt zugelaſſen hat, ſei-ne Hand nach ihnen auszuſtrecken. DieMacht des Menſchen hat keine andereGrenzen, als die Geſchicklichkeit, die er be-ſitzet, und als den Bezirk, der ihm zum Auf-enthalte eingeraumet iſt. Demnach brei-tet ſeine Herrſchafft ſich uͤber alles aus, undverwandelt ſich alsdenn erſt in eine Ty-ranney, wenn er ſich durch eeines