Band 
Fünfter Theil. Worinnen der Mensch an sich selbst, dessen Beruf und Geschicklichkeit betrachtet wird.
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DieHerr-

126 Schauplatz der Natur.

perſöͤnlichen Beſchaffenheit verderblich fal-len wuͤrde. Man nenne, wo es moͤglich,

ſchafft ein einziges Vergnuͤgen, das uns der Mund

desMen-ſchen.

der Wahrheit unterſaget haͤtte?

Er verlanget, wir ſollen ſehen, wie herr-lich die Lilien auf dem Felde bekleidet ſind;Er verlanget, wir ſollen die ſchoͤne Farbebetrachten, damit GOtt das Gras aufdem Felde geſchmuͤcket hat. Ich weiß aberauch, daß dieſes Verlangen weit mehr inſich begreife, als ein bloſſes Anſchauen derBlumen, die unſere Wohnung auszieren.2 85 er uns den Pracht anzuſehen be-fiehlet, welchen GOtt beliebet in ſolche Ge-ſchoͤpfe zu legen, die von ſehr kurzer Dauerſind, und kaum einen Tag zu unſerm Dien-ſte da ſtehen, ſo uͤberzeugt er uns, wiekraͤfftig die Vorſehung des Schoͤpfers vorunſere eigene Perſon ſorgen muͤſſe. Alleindieſes heiſſet ja keinesweges das Vergnuͤ-gen wehren; es heiſſet vielmehr daſſelbigeerlauben und ihm eine groͤſſere Vollkom-menheit beylegen: Es heiſſet, uns den zwey-fachen Gebrauch eroͤfnen, wozu alle Er-goͤtzungen beſtimmet ſind, nemlich uns eben-ſowohl zu unterweiſen, als zu bedienen. Ertadelt die Reinlichkeit im geringſten nicht,welche Sorge traͤget, das Geſichte zu wa-

ſchen und das Haupt zu ſalben: Er will im

Gegentheile nicht einmahl zugeben, daß mandieſe Gewohnheit an dem Tage eines 1willi-