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Fünfter Theil. Worinnen der Mensch an sich selbst, dessen Beruf und Geschicklichkeit betrachtet wird.
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Fuͤnfte Unterredung. 127

willigen Faſtens, unterlaſſe; damit wir Die

nicht ein gutes Werk/ wozu uns niemand Herr-

verbande/ ſelbſt ausſchreyen, wenn wir et⸗ Safft

was unterlaſſen, das der Wohlſtand er⸗ 7

fordert. Er beehrte den Eheſtand, indem ſchen.

er ſelbſt einem Hochzeit⸗Feſte mit beywohn-

te; Er trug Mitleiden mit dem wenigen

Vorrathe, womit das neue Paar ſeine Gaͤ-

ſte bewirthen kunte; deswegen verwandel-

te er Waſſer in koͤſtlichen Wein; Unter-

ſtehet ſich jemand, zu ſagen, dieſes Wun-

derwerk verbiete den Gebrauch des Wei-

nes? Oder iſt es ausdruͤcklich des wegen ge-

ſchehen/ um zu beweiſen, daß es erlaubt

ſey, bey Zeit und Gelegenheit, unſchuldi-

ger Weiſe froͤlich zu ſeyn? Denn dieſes iſt

ja die gewoͤhnliche Wuͤrkung dieſes treffli-

chen Getraͤnkes! Er lobte ſo gar die

Verſchwendung eines koͤſtlichen Balſams,

weil ſie aus guter Meynung geſchahe. Wie

eifrig iſt Er befliſſen! nicht um uns vorzu-

ſchreiben, wie offt wir faſten, und auf was

Weiſe wir unſern Leib entkraͤfften ſollen;

ſondern, damit er uns auf dasſenige leiten

moͤge, was die Seele des GOttesdienſtes

iſt, nemlich auf die Liebe GOttes und des

Naͤchſten, welche nichts anders verlanget,

als jenen zu ehren, und dieſem beyzuſtehen.

Seine Lebens- Art war nicht anders be-

ſchaffen, als die gewohnliche; Er ſchränkte

ſie nicht wie andere Geſetz⸗Geber, 8wille