152 Schauplatz der Natur.
Die nen, hingegen aber ſehr eingeſchraͤnkt inHerr, der Erkaͤnntniß desjenigen, was ohne ihreſchafft Beyhuͤlfe iſt und geſchiehet; als, zum Bey-4 66 ſpiele, in der Kenntniß von dem Bau undſchen. von der Wuͤrkung derer an ihrem eignenLeibe befindlichen Gliedmaſſen, oder auchin der Kenntnis von den Wuͤrkungen ihrerSeelen⸗Kraͤffte. Denn ales dieſes ge-ſchlehet, ohne daß ſie wiſſen, wie?
Dieſe Anmerkung loͤſet eine Aufgabeauf, worüber die allertlefſinnigſte Welt-Weiſen ſich die Koͤpfe gewaltig zerbrochenhaben. Sie fragen: Auf was Weiſe ſie-het der Menſch die Wahrheit ein? Wieerlangt er ſeine Wiſſenſchafft? Iſt ſeinVerſtand ein Spiegel, worauf ſich dieWahrheiten abbilden? Und wie laͤſſet esſich begrelffen, daß ein Verſtand ein Spie-gel ſey? Erblickt er etwan die Wahrhei-ten in GOtt, in deſſen Weſen ſie unver-uͤnderlich vorhanden ſind? Bringt er viel-leicht die Grund⸗Saͤtze allgemeiner Wahr-heiten ſchon mit auf die Welt, welche das-jenige ſind, was man die geſunde Vernunftnennet, und woraus man hernach weiterfortſchlieſſet? Oder thut unſer Verſtandweiter nichts, als daß er aus demjſenigen,was uns die Sinnen in einzelen Faͤllen leh-ren, allgemeine Begriffe und WahrheitenZehet, die ſich auf alle Faͤle anwenden laſ-
ſen? Und wie kommt es ſodann, daß ſeineSchluͤſſe