Die
160 Schauplatz der Natur.———ore Vernunſft gebrauchen. Es in kein
Herr: Ort in der Welt, da man nicht gerne ver-ſchafft gnuͤgt leben wolte; Es iſt kein Ort, da
man nicht Zahl und Maas gebrauchete,ſeine Eltern liebete, und insgemeln dafuͤrhielte, man muͤſte andern eben dasjenigeerzeigen, was man von ihnen zu erhaltenwuͤnſchete; Es iſt kein Ort, da man nichteinigen Begriff von einem Weſen haͤtte,das die Welt regieret, und da man ſelbi-ges nicht verehren ſolte. Man glaubt uͤber-all, es wuͤrden die Frommen ihre Beloh-nung empfangen, und die Boͤſen ihreStraffe: Man verabſcheuet diejenigen, ſodieſe algemeine Begriffe verwerffen. Siekoͤnnen zwar durch die Auferziehung oderdurch elne falſche Well weißheit hier undda verdorben und einiger maſſen verfaͤl-ſchet ſeyn; Niemahlen aber koͤnnen der-gleichen Irtduͤmer allgemein werden, nochdie geſunde Vernunfft gaͤnzlich unterdruͤ-cken. Denn dieſe gewinnet doch zuletzt dieOberhand uͤber Vorurtheil und Auferzie-hung, weil ſie aus einer weit vortreffli-chern Quelle entſpringt. Dieſe Quellevertrocknet niemahls, und aus ihr ſchoͤpfetdas ganze menſchliche Geſchlecht unauf-hoͤrlich ale Wahrheiten, alle Erkenntnißund alle Empfindungen, die von allgemei-nem Gebrauche ſind. Es mag nun ent-weder die allerhoͤchſte Wahrheit in demin-