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Fünfter Theil. Worinnen der Mensch an sich selbst, dessen Beruf und Geschicklichkeit betrachtet wird.
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DieHerr-

chafft

5Men-ſchen.

162 Schauplatz der Natur.

alſo dennoch im Stande ſeyn, zum beſtendes Vaterlandes einen vernuͤnftigen Rathzu geben, ein gerechtes Urtheil auszuſpre-chen, und ſeine Geſchaͤffte kluͤglich an 10ſtellen. Dahingegen alle liefſinnige!terſuchungen von dem Weſen der Seeleihm dabep nicht die geringſte Huͤlfe gebenkoͤnten.

Es gibt eine gewiſſe Art der Unwiſſen-heit, welche einem Menſchen ſchimpflich faͤl-let; nemllch die Unwiſſenheit ſeiner Pfluch-ten. Dieſe iſt ein muthwilliges und zu-weilen gar ein ſtrafbares Verbrechen.Hingegen gibt es auch eine andere Unwiſ-ſenheit, deswegen ſich niemand ſchaͤmendarf; dieſe beſtehet in den Schranken, ſoGOtit dem menſchlichen Verſtande geſe-tzet hat: und weil ſie dazu hilfft, daß erſeinen Stand nicht uͤberſchreitet, ſo iſt ſievielmehr eint Wohlthat, als eine Urſachezu klagen.

Man verfaͤllet auf etwas ſehr einfaͤlti-ges, wenn man die unvermoͤgliche Schwach—heit des menſchlichen Verſtandes beweinet;nicht auderſt, als ob er von einem Weſenherkaͤme, das nur eitel Boͤſes ſtiftet, odervon einer Gottheit, die an unſerm Ungluͤ—-cke Luſt hat: hingegen geraͤth man auchauf gefaͤhrliche Irrwege, wenn man dieſenVerſtand zum unfehldaren Richter uͤberalles aufwerfen will, ohnerachtet es klarge-