Achte Unterredung. 163
genug am Tage liegt, wie weit ſeine Ein- Dieſicht reichen kan. Will unſere Vernunfft Zerr-ſich ſelbſt unterſuchen, ſo findet ſie genug⸗ Festeſame Gruͤrde, lehrbegierig und beſcheiden Fien-zu ſeyn: deſto mehr Urſache hat ſie dem⸗ſſchen.nach ſich aufmerkſam und ehrerbietig zubezeigen, da ſie GOtt alles muͤhſamen undzweifelhafftigen Erforſchens der heilſamenWahrheiten uͤberhebt, und ihr die unfehl-bare Lehren der Offenbahrung bekanntmacht? Wir duͤrfen nicht erſt die Zeug-niſſe weitlaͤufftig zuſammen ſuchen, daßGott unſere Schwachheit auf eine ſokraftige Welſe unterſtuͤzen will: Sie lie-gen uns ungeſucht vor Augen. Wir mache-ten uns demnach vorſezlich blind, wennwir dem Geſchwaͤtze der Flatter⸗-Geiſterfolgeten, die ſich nur deswegen beduͤnkenſtark am Verſtande zu ſeyn, well ſie nichtim Stande ſind, die Traͤume der Einbil-dungs⸗Krafft von der Wahrheit zu unter-ſcheiden. Wir ſtuͤrzeten uns muth willig inVerwirrung, wenn wir die Regel desGlaubens und der Sitten unſerer Beur-theilung unterwerffen wollten. Sodannaber handeln wir vernuͤnfftig, wann wirunſern Eigenduͤnkel unter dem Gehorſamdes Glaubens gefangen nehmen, und dasVermoͤgen unſeres Lei hes ſo wohl, als un-ſerer Seelen, nach demjenigen Maaſſe 92
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