Zwoͤlffte Unterredung. 349
„billig vor die Seele der Geſellſchafft an⸗ Dieſehen muß), ganz und gar auf die Vor⸗ 85ſorge der Obrigkelt, daß jedermann ſein 11 5 o-Brod mit arbeiten verdienen, und folglich 8.im Stande ſeyn moͤge, etwas zu verzehren.Wenn der Handwercksmann nicht weis,womit er morgen ſein Brod gewinnen ſol-le, ſo wird er kleinmuͤthig, er bricht ſichden Biſſen vom Munde ab, und laͤſſet ſichdie Verzweiflung wohl gar zum ſtehlenoder betteln verleiten, woraus dem Lan-de der groͤſte Schade zuwaͤchſet. Dennbey ſolchen Umſtaͤnden vermag der inner-liche Handel in Ewigkeit nicht empor zukommen. Die Obrigkeit vermag ihm auchin Ewigkeit nicht aufzuhelffen, ſo lange ſienicht einem jedweden genugſame Gelegen-heit ſchafft, ſeinen hinlaͤnglichen Unter-halt zu verdienen. Je geſchickter ſie inErfindung guter Anſtalten iſt, welche zudieſem Endzwecke fuͤhren, und je eiffrigerſie dieſelbigen im ordentlichen Gange erhaͤlt;je wuͤrdiger wied ſie des Namens unddes Ruhmes, ſo einem weiſen liebreichenund wahren Landes-Vater gebuͤhret.
Wir wollen aber Carthago fahren laſ-ſen, und aus unſerer dermahligen Verfaſ-ſung einige Beyſpiele nehmen, woran un-ſer Verſtand ſeine Kraͤffte uͤben, und wirſelbſt begreifen moͤgen, wie er in ſeinen
Handlungen verfaͤhret.
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