56 Schau⸗Platz der Natur.3——
Die Eine vernuͤnfftige Mutter verlanget nicht naAoter daß die Bedienten ſich vor dem Kinde de. eider Nin müthigen ſolten, ſie verlanget aber, daß man neder. Achtung vor ſeine annoch ſchwache Ver“ nenunfft haben ſoll. Sie ertraͤget es mit Ge“ wi
dult, wenn der Verſtand langſam kommel, kan
und vor ſich wenig thut: Aber ſie weſſe“ ſie
mit Unwillen zuruͤcke, was ihn verringern hei
oder verderben kan. 1 N
Vorſicht Die Vernunfft und das Vermoͤgen 0 diebey der reden, wachſen bey dem Kinde zugleich mit GeSprache. einander fort. Zuweilen gehet es mit den ſch.leztern geſchwinder zu, als mit den erſtern zu f
und zwar ſo geſchwinde, daß man ſich uͤben
die deutliche Ausſprache, und uͤber die vol!“ gen
kommen richtige Redensarten bey einem 0 Mi
zarten Alter, verwundern muß. Die Mutte! S.
welche wohl weis, daß man in ihrem Vor 1
gemache eine ganz andere Sprache rede all mim
in ihrem Zimmer, hat ihre Kinder beſtaͤndi Jul
um ſich. Auf dieſe Welſe bleibet ſie ver, dan
ſichert, die Ausſprache derſelbigen werd, derZeitlebens gut ſeyn, es ſey dann daß es I ohn
eiwa ſelbſt daran fehle. Wenn das e, mar
hoͤre nichts als ſchoͤne Klaͤnge, und elne Ab, ſichwechslung der Stimme vernimmet, ſo faͤf, Sch
get es ſolche ohne Fehler auf, und uͤbergle, nere
bet ſie der Zunge getreulich. Daher iſt 5 begiSprache der Kinder ein Wiederſchall vo, bergder Sprache ihrer Mutter, und es könn, Winichts gleich lautenders ausgefunden wah a