84 Schau⸗Platz der Natur.
Die keln, welche noch wiederwaͤrtiger ſind, alsErzie⸗ die Kranckheiten ſelbſt, ja ſie wird, ehe manhung der es ſich verſiehet/ mit einer Menge zuſtoſ-Tochter. ſender Ublichkeiten befallen, die man durch
Arzeneyen vergeblich zu heben ſuchet, weilſie meiſtentheils nichts anders ſind, als trau-rige Gedancken, vor welche der Arzt nichtsverſchreiben kan. a
Die unfehlbare Frucht einer ſo unbeſon-nenen Erziehung iſt ein langwuͤhriger Un-verſtand, wovon ſich jedoch einiges Frau-enzimmer befreyet, wenn es durch unver-muthete Zufaͤlle gezwungen wird, zur Uber-legung zu greiffen. Was kan man ſich aberunterdeſſen, und biß dieſe Unterwelſungenſich etwa einfinden, die ihrer Schaͤrfe we-gen zuweilen erſprießlich ſind, von einemKopfe gutes verſprechen, der mit Comaͤ-dien, Opern Romanen und verkehrtenLebensregeln angefuͤllet iſt. Hat eine ſol-che Perſon wenig naturlichen Verſtand,ſo muß ſie nothwendiger Weiſe beſtaͤndigſtille ſchweigen, und ſchimpflicher Welſe zuallem ein bloſſes Ja, ſagen; oder wenn ſieden Mund aufthut, ſo kommet etwas herausdaß ſie nur halb weis, und noch mangel-hafftiger vorbringet/ hat ſie von NaturVerſtand, ſo fehlet es doch dieſem Verſtande an Erkenntniß, und an einer wuͤr-digen Materie woran er ſich uͤben koͤnnteer fallet alſo auf das was ihme in der 5