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Sechster Theil. Welcher dasjenige zu betrachten darstellet, was zum gesellschafftlichen Leben der Menschen gehöret.
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DieErzie-hung derTochter ·

92 Schau⸗Platz der Natur.noch Nachdenken gekoſtet hat: und inde“

me man von allem was praͤchtig klinget,

wenig Weſens machet, verhuͤtet man, daſie nichts Hochtrabendes an ſich nimmet.

Dasjenſge was man Witz nennet, hal,

nicht die geringſte Anmuth, wenn es nichtganz ungezwungen flieſſet. Es verliehtelallen Wehrt, wenn es nicht natuͤrlich iſt-Man muß alſo ſich bemuͤhen, ungeküͤnſtellnicht aber witzig zu ſchreiben. Ein Briemuß vor allen Dingen wohl flieſſen, wegenſinnreicher Gedanken darf man ſich wel,ter keine eigene Muͤhe machen; woferneſie angebohren ſind, kommen ſie haͤufig ge-nug von ſelbſten: will man ihnen den ge-hoͤrigen Glanz geben, ſo muß es durch ganz

ungekuͤnſtelte Redens⸗Arten geſchehen, die

von denen im gewöhnlichen Umgange ge-braͤuchlichen, wenig abgehen.

Dazu, daß ein junges Frauenzimmervon zehen biß eilff Jahren eben ſo natur,lich ſchreiben als reden moͤge, iſt ein Mit-tel vorhanden, welches ich ohne Bedenkenvor unfehlbar halte, wenn es nur fleiſſiggebrauchet wird: Man muß ihr oͤffterseine angenehme Geſchichte erzaͤhlen, diteſelbige ſogleich ſelbſt erzaͤhlen, und herngmit eben dieſen Worten, die ſie bey der Er-zaͤhlung gebrauchte, zu Paplere bringenlaſſen. Es moͤchte ihr zu ſchwehr fallen!

wenn man gleich im Anfange Briefe 90