58 Schau⸗Platz der Natur.
Dle Ars ſichtigkeit nicht, welche man billich gebrau-„deen chen ſolte und man fruͤrzet die Jugend gaSohne. offt aus Unvorſichtigkeit, in einen Fehler/
teines verderbet, alſo kan man ſie audurch allzuvlele ſinnreiche Einfaͤlle verdelben. Laͤſſet man einen jungen Menſchebbey dem Leſen eines Buches, allemahl darauf Achtung geben, ſo offt etwas witzigevorkommet, und man uͤbergehet hingegedas übrige mit ſolcher Gleichgültigkeit, alob es nicht wehrt waͤre, recht uͤberleget zwerden, ſo gewoͤhnet er ſich daran, daß Kallezeit, ſo offt eine dergleichen Stelle volkommet, in halbe Entzuͤckung faͤllet, nichtanders als ſein Lehrmeiſter ſelbſt. Er traͤ-get ſich alle ſinnreiche Gedanken fleiſſigzuſamm. Er ſchaffet ſich ale Sammlun“gen von ſchoͤnen Gedanken, alle Buͤcheldarinn der Witz herrſchet. Er ſinnet Tag undNacht auf einen ſinnreichen Einfall. El
flicket ſie uͤberall mit ein. Er verlaͤſſet dieedle naruͤrliche Einfalt, und ſtatt einesWerkes der Vernunfft und der Uberle-gungs⸗Krafft, liefert er uns ein Wer
bildung.
Mau
bringet ſie hin, wo ſie nicht hingehoͤren, und
vor welchem man ſie mit unermuͤdetenFleiſſe warnen ſolte. Gleichwie man ſitdurch langen Gebrauch eines ſchlechten La
der Phantaſte, und einer meiſterloſen Ein-