Fortſe-tzung derRuͤunſte.
120 Schau ⸗ Platz der Natur.
ſchafft umarmete; und ihm ſeinen Fldel-bogen ſchenkte.
Bey ſo gewaltig unterſchiedenen Mey-nungen der Virtuoſen) faͤllet es ſchwehreine gewiſſe Regel feſtzuſtellen. Es iſtuͤber dieſes noch einer uͤbrig, der mich imWaͤhlen noch ungewiſſer machet. Ermacht mehr Abwechslung als Baptiſt, eriſt eben ſo hurtig als Guignon, ſo vollſtim-mig als Rameau, ſpielet cantabel wieMouret, affectuos wie Lulll, und machet
es mit einem Worte, wie man es haben
will. Das ſingende Weſen, das praͤchti-ge, die vollen Geiffe/ die verliebten Arien,die Geſchwindigkeit, ja das Rauſchen undPoltern ſelbſt, alles iſt ihm einerley, er kaneines ſo gut als das andere. Es machenauch beede ſtreitige Partheyen den Mr.Mondonville in der That zu ihrem Anfuͤh-rer. Wer ſolte dieſes meynen, oder werkan wiſſen, mit welcher Selte er es eigent-lich halte? Soll man die Annehmlichkeitſeiner Compoſition, einem reifen Urtheile,oder einer Neigung vor dieſe Manier zu-ſchreiben? Soll man glauben er ſpielenur aus Gefaͤlligkeit ſo fluͤchtig, und weiles die Mode ſo mlt ſich bringet? Wofer-ne es moͤglich waͤre, ſich uͤber das zu be-ſchwehren, was man bewundert und ver-ehret, ſo wuͤrde ich dieſem unvergleichli-chen Kuͤnſtler vorwerffen, er unterhenge