Fortſe-tzung derRuͤnſte.
158 Schau⸗Platz der Natur.8tet ſeyn. Die Kirche hat nicht deswegeneine Orgel mit 32. Regiſtern und einengantzen Chor Saͤnger und Muſicantenangeſchaffet, daß Philidor vor Enzuͤckunguͤber den kuͤnſtlichen Contrapunet dieAugen gegen das Gewoͤlbe verdrehe;noch daß Gambaud vor Erſtaunung uͤberdie reine und hohe Stimme eines Saͤn-gers gantz unbeweglich in ſeiner Capelleſitze, dahingegen das Volck gaͤhnet, und1 Kirche hinaus laufft. Orgelund Geſang ſind des Volckes wegenda. Ein Componſſt ſoll wiſſen, daß er demVolcke Unterricht geben ſolle, nicht durcheine Menge geſchwinde Triller undLaufe, daran es nichts verſtehet; nichtdurch Accorde die ihm zu hoch ſind; nichtdurch eln nach aller Laͤnge durchgefuͤhrtesThema, daruͤber ihm dle Zeit lange wird;ſondern durch Geſaͤnge, welche jedermannbegreifet, durch Geſaͤnge, welche ihreMelodie von ſelbſt in das Gedaͤchtnißpraͤget, welche man zu Hauſe wieder-hohlet! Beflelſſiget man ſich dem HerrnPhilidor und dem Herrn Gombaud zu ge-fallen, inſonderheit in der Kirche, ſo de-fleiſſiget man ſich der gantzen Welt zumißfallen.
Drittens: Mag die ſingende Muſickſo vollkommen ſeyn als ſie will, ſo ſolleſie ſich doch nicht unterſtehen der Sem,