172 Schau⸗ Platz der Natur.
————-————Fortſe⸗ den. Hoͤret man eine Sonate, ſo kan es
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ug der geſchehen, daß man gaͤhnen muß; hoͤret
ünſte. man aber eine verliebte Cantate, ſo ſtehet
man in Gefahr das ſüͤſſeſte von allenGifften in ſich zu ſchluken. Gleicherge-ſtalt bedeutet die Farbe an ſich ſelbſtnichts, und kan vor ſich allein nichtsſchaden. Brlnget man elne Stunde da-mit zu, daß man eine Schachtel vollSeidenbuͤſchelgen von mancherley Schat-trungen einmahl nach dem andern durch-ſiehet, ſo bat man ſeine Zeit ſehr unſchul-dig ,und vielleicht auch ſehr langweilig zu-gebracht. Die Farbe wird zu keinerScheifft, und zwar zu keiner gefäbelichen,als wenn ſie durch Huͤlffe des Umweſſſesund Schattens, den Augen alltufreye Sa-chen/ Handlungen, ja die Empfindung der-ſelben borſtellet. Ein wolluͤſtiger Welt-weiſer, welcher jungen Leuten einpraͤgete,ſie muͤſten ibr ganzes Thun und Laſſen alſoeinrichten, wie es die Reitzungen der Wol-
luſt erfordern, wurde ganz unfehlbar als
ein hoͤchſt⸗ ſchaͤdlicher Mann angeſehenwerden, der die Grundſtuͤtzen der oͤffent-lichen Sicherheit umſtürtzen wolle. Aberwle geringen Eindruck wuͤrden ſeine Leh-ren gegen dle Unterweiſungen unſererMahler machen! Dleſe letztern drucketein einiger Blick ins Gedaͤchtalß. as
vor ein Urtheil ſolle man von ihrer Ab-ſicht