zur phön. Haiidlungs'geschichte. 355
sowol in Ansehung des Prophetischen als des Histo-rischen, aufdecket. Ihre genaue Uebereinstimmungmit andern Schriften des Alterthums, iMche selbstdie Feinde der Offenbarung für richtig erkennen, er-wecket nothwendig eine ungemeine Hochachtung fürdas Buch, woraus sie genommen sind, und wennman einmal auf diesen Weg gekommen ist: so falltes nicht mehr schwer, ihre Göttlichkeit zu glauben.
Die Phönicier waren auf der einen Seite dienächsten Nachbarn der Juden. Hieraus kann manleichtlich merken, daß von ihnen, besonders von Ty-rus und Sidon, im alten Testamente häufig werdegeredet werden. Diemehrrsten Stellen, welche vonihnen handeln, klären zugleich ihre Handlungsge-schichte vortrefflich auf; es würde aber zu weitlauf-tig seyn, sie hier alle aufzustellen. Ich habe des-falls zwey ausgesuchet, welche vor. andern eine Auf-merksamkeit verdienen. Beyde handeln von der er-sten Zerstörung der Stadt Tyrus durch den LTlebtt-cadnezar, nicht von der lehren durch den Alexan-der. Zu gleicher Zeit aber, da die Propheten denUntergang der Stadt Tnruö bejchreiben, malen siezugleich, um das Erstaunen ihrer Leser zu vergrös-sern, den ehemaligen blühenden Zustand der Stadt,der eine Folge ihres weirausgedehnten Handels war,mir den lebhaftesten Farben ab. Icsaias bleibtmehrentheils ben allgemeinen Ausdrücken stehen,aber E;ect)iel laßt sich in eine genauere Beschrei-bung ein. Er giebt von allen Waaren , womit diePhönicier handelten, ein Verzeickmiß, das so aus-führlich ist, daß man dergleichen bey keinem weltli-
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