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chen Schriftsteller antrifft, und das man also nichtohne das größte Vergnügen liest.
Aus meinen hinzugefügten Anmerkungen wirdman sehen, daß man aus diesen beyden Weißagun-gen sehr wichtige historische Sahe ziehen kann, wel-che theils dasjenige bestätigen, was ich oben ausProfanscribenten angeführet habe, theils ganz neueund von jenen übergangene Nachrichten darreichen.Ich hätte sie gehörigen Orts einführen können, wennmich nicht eine gegründete Furcht zurückgehaltenhätte. Ich hätte in der UeberseHung irren können;hätte ich nun aus einer unrichtigen UeberseHung Fol-gen gezogen: so wäre mein Irrthum verdoppelt wor-den. Beyde Weißagungen, sowol des Jesirias alsEzechiels, fodern vieles Nachdenken, wenn sie rich-tig sollen erkläret werden, und das aus leicht zu fin-denden Ursachen. Sie sind in einer Sprache ge-schrieben, welche an sich selbst schwer ist, weil sie aus-gestorben ist, und die die Pedanterey noch schwerergemachet hat. Sie sind vor so vielen Jahrhunder-ten geschrieben, und zwar in einem Zeitpuncte, dessenSitten, Gebräuche, Meynungen und andere Um-stände, welche zum richtigen Verstände eines Buchsunumgänglich erfodert werden, wir nur sehr unvoll-kommen kennen. Endlich sind es Weißagungen.Nun ist eine jedwede Weißagung in sich selbst un-deutlich, so lange sie nicht erfüllet ist, weil die dar-inn angebrachten Ausdrücke etwas zweydeutiges undsonderbares zu enthalten scheinen. Diese Zweydeu-tigkeiten verlieren sich zwar, wenn die vorherverkün-digten Dinge wirklich geschehen, und man also in
den