Band 
Neun und dreyssigster Theil.
Seite
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28. Buch. Heinrich der Vierte.

»59* gen mit fortgerissen. Eben so verfuhr man in der Sorbonne; die Doktoren mustenihre Namen auf ein leeres Papier schreiben. Ueber diese Namen setzte nunmehr derAusschuß det Zwölfer das Todes Urtheil des Präsidenten Brrstön, des Parlaments-raths Claudius Larcher, und des Raths beym Chatelet, Johann Tardif; diebeiden letztem waren den Aufrührern blos wegen ihrer friedlichen Gesinnungen verhaßt.Am i6,Nvv. Diese drey obrigkeitlichen Personen also, wurden ohne weiter» Proceß nach Verlesungihres Todesurtheils gehängt. Diese Missethat that eine ganz unerwartete Würkungfür die Rotte; Das Volk beobachtete ein trauriges Stillschweigen und legte dadurchfeinen Unwillen an den Tag. Dies bewog die Missethäter, auf ihre Sicherheit zudenken; sie waren stets versammlet; der Ausschuß suchte das Verbrechen genehmigen zulassen: umsonst! sie schrieben an den König von Spanien, und flehten um dessen Schutz;sie baten die spanischen Unterhändler und den jungen Herzog von Guise, sich bey demHerzog von kNayenne, dessen Zorn sie vornemlich zu fürchten hatten, zu ihrem Be-sten zu verwenden; sie wendeten sich deshalb sogar an die Mutter und die Schwesterdes Generalstatthalters, die Herzoginnen von Nemours und von Monrpensier.Diese schrieben ihrem Verwandten, der sich mit der Armee zu Soissons aufhielt, um denHerzog von Parma zu erwarten, die dringendesten Briefe. Das Parlament, die voe-, nehmsten Bürger und der Adel thaten eben dies. Alle beschwuren ihn, auf der Stellenach Paris zu kommen und sie von Sklaverey und Tod zu erretten. Die spanischenUnterhändler hingegen bemühten sich, ihn zurück zu halten, und ihn in Furcht zu setzen,indem sie vorgaben, das Volk sey sehr geneigt, die Urheber des an den Magistratsperso-nen begangenen Mords zu vertheidigen; sie riechen ihm, sich der Gefahr nicht auszuse-tzen und die Sache von fern abzumachen; endlich erboten sie sich zu Mittlern und ver-sprachen, von den Schuldigen hinreichende Genugthuung zu erlangen. Ohne daraufDtrHerz.v. zu achten, laßt der Herzog seine Armee unter den Befehlen des Herzogs von Gutse, sei-Mayemie be- nes Neffen, nimmt einen Haufen ausgesuchter Reuterey zu sich, fliegt nach Paris,NrN abringt die Bürgerschaft unter die Muffen, und fordert die Bastille auf. Da der Be-fehlshaber, Büssi le Llerc, Schwierigkeiten macht, laßt er Kanonen aufführen; wor-auf Büfsi sich ergiebt, unter der einzigen Bedingung, daß man ihn wegen des Tods derMagistcatspersonen nicht belangen möchte. Fünf Tage vergiengen unter Anordnungtüchtiger Wachten und unter Einziehung der benöthigten Nachrichten. Die spanischenUnterhändler, die Verwandten und Freunde der Missethäter, erneuerten ihre Fürbit-ten. Keiner suchte das Verbrechen zu rechtfertigen; blos die gute Absicht führten siezur Entschuldigung an. Der rmerforschliche Mayetttte hört alles an, giebt aber we-der Hoffnung noch Furcht: aber in der Nacht vom dritten auf den vierten Decemberüberfallt man auf dessen Befehl den Kommissar Louchard und die QuartierskapitäneAnroux, Emmonot und Ameline, in ihren Betten, hängt sie im Louvre auf, undam folgenden Morgen an öffentlichen Galgen dem ganzen Volk zur Schau. Zugleichwurde eine Vergessenheit des Vergangenen bekannt gemacht, wovon nur der Staats-rath Tronic und der Quartierskapitän Locher» ausgenommen waren, die man vergeb-lich suchte und die würklich entkamen. Der gleichfalls auögenommene Gerichtsschrei;der und der Henker wurden noch in der Folge ergriffen und hingerichtet. Da also dieRuhe in der Stadt wieder hergestellt und die Tyranney der Sechszehner zerstöhrt war,