Band 
Neun und dreyssigster Theil.
Seite
168
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1622

Am/.Dec.

Vermäh-lnng desMar-guis von laValette inikGabrielen, ei-ner natürl.Tochter Hein-richs 4.

Richelieuwird Kardi-nal.

162z

Verände-rungen beyHof und imStaatsrath.

Am r i.Zan.B ü nd »ißz w i sch e nFrankreich,Savoyen undVenedig ge-gen Spinnen,u. Würkungdesselben.

Am 7. Fcbr,

15 8 29. Buch. Ludwig der Dreizehnte.

te der Graubändner noch mehr. Der Erzherzog Leopold, Graf von Tyrol, beinahtigte sich eines ihnen gehörigen Thals, und die Spanier hatten die Waffen von neuc^ergriffen, um sich in diesem Lande zu erhalten. König Ludwig und der Herzog vosSavoyen beschloßen, sich diesen Unternehmungen zu widersetzen. Man ließ dc>*Venetianischen Gesandten pejaro nach Avignon kommen, und entwarf das Bünd-niß, das im folgenden Jahr zwischen Frankreich, Savoyen und Venedig geschloffnwurde b).

Von Avignon begab sich der König nach Grenoble und Lyon. Am letzter« Ortwurde der Hof sehr ansehnlich durch die Ankunft der beiden Königinnen und des PrinzNund der Prinzessin von piemoiit. Hier wurde auch die Vermahlung der Gabriele,einer natürlichen Tochter Heinrichs des Vierten , mit dem Marquis von la Valet^te Zwotem Sohn des Herzogs von Epernon , geschlossen. Der König gab seinerSchwester 200000 Thaler Heirathsgut, wozu die Marquise von Vernein! 100-000that.

Zu Lyon empfing auch Richelieu aus den Händen des Königs den Vom PabßGregor den Fünfzehnten geschickten Kardinalshut. Da inzwischen der Kardinalvon Retz gestorben war(*), so wurden dadurch zwo Stellen ledig, im Kardinalstesgium und im königlichen Staatsrath; beide wünschte Richelieu durch seine Person z>'ersetzen, bekam aber nur die erste. Er dankte dem König in Gegenwart des ganzesHofs, und bezeugte besonders der Königin Mutter seine Verbindlichkeit mit den lcbhafitesten Ausdrücken: wir werden aber sehen, daß seine Erkenntlichkeit gegen diese Fürchtnicht langer wahrte, als ihm ihre Gunst nützlich war.

Bey der Ankunft des Königs zu Paris wurde der Schauplatz des Hofs si^verändert. Der Graf von Schomberg, Oberaufseher der Finanzen, lebte einigtZeit her mit dem Kanzler Srlleri, dessen Sohn dem Marquis von pulste»,x, ein^Liebling des Königs, und dem Marquis von Lcrumartin, der dem neulich verstorben^Herrn von Vic in der Würde eines Siegelbewahrers gefolget war, in schlechter Eu>^keit; und der Marquis von la Vieuville war auch sein geschworner Feind. Durchhafte Vorspiegelungen, die man dem leichtgläubigen König machte, ward>Schombel§gestürzt, und Vteuville an dessen Stelle gesetzt. Unxarteyische gaben UntersSchombergen das Zeugniß einer uneigennützigen Verwaltung der Finanzen.lange hernach starb Eaumartin, und die Stelle eines Siegelbewahrers wurde nun dt^alten Kanzler Silier» wieder gegeben, der seitdem durch die Gunst seines Sohnes grossewalt vor den andern Ministern erlangte. Seine erste Sorge gieng auf die Festknüpfung d,zu Avignon zwischen Frankreich, Savoyen und Venedig entworfenen Bündnisses ^gen Wiederevoberung des Velrliner Thals, vermöge dessen diese drey Machte einvon ohngefähr 40000 Mann ins Feld stellen, und damit Spanien und den Erzherj^Leopold nöthigen wollten, das Veltlin den Graubündnern wieder einzuräumendiesen letzter» ihre vorige Freiheit und Unabhängigkeit wiederzugeben. Die Spa"^geriethen darüber in grosse Verlegenheit; entweder mußten sie jetzt das Veltlin räu^

b) u. y. p.442lag. Nsino- S. ZIZ. u f. f. Schlegel Th. 8. S- ^

rie '1'. ;. P. 44 8 chq. 4-9 lqq. b,. u. f. f. , ,,,

8. p. ;84lqch 1 ^. IZ. p 591. Vccgl. /e (*) Am I Z August lür, zu BezierS iu si"

P. 4. h. i y. x. z io sszg. Griffet Th, i r. zoten Jahre.