29. Buch. Ludwig der Dreizehnte. ro;
Mhr zwölf, oben aber nur vier Toisen breit. Beide Seiten hatten eine Böschung, rör?
Der Damm war so hoch, daß er hervorragte, wenn auch gleich die Fluth noch so sehrEef, tmd man konnte jederzeit trocknen Fusses darauf gehen. Die Kugeln aus derStadt konnten ihn zwar erreichen, aber nicht eher, als wenn sie schon völlig matt warIn der Mitte ließ man eine Oefnung von vier Toisen, um dem Seewasser einenfreien Lauf zu lassen. In diesen leeren Raum senkte man Schiffe, mit Mauerwer g rwllr, und hinderte so die Durchfahrt. Die Rocheller spotteten Anfangs über diesenDamm, und glaubten, er würde der Gewalt der Stürme nicht widerstehen können:allein sie sahen sich bald in ihrer Hofnung betrogen.
Zu Anfang des folgenden Jahrs, da man noch immer an dem Seedamm ae- 1028beitete, bekarn der König im Lager Anfalle von Langweile, die noch mehr durch die Vor-stellungen der mit ihm uingehenden Herren vergrößert wurde, welchen nach die ungesun-de Luft um Röchelte ganz unfehlbar seiner Gesundheit schaden würde und überdies seineGegenwart nicht höchst nothwendig wäre. Denn viele Grosse wünschten, daß Rochellenicht eingenommen werden könnte, indem sie diese Eroberung mit Recht als eine heftigeErschütterung ihres Ansehns betrachteten. Sie Höften also, der Kardinal würde demKönig, wenn dieser nur einmal abreißte, folgen, und durch diese Abwesenheit könntevielleicht das ganze Unternehmen scheitern. Ludwig rechte auch würklich, aber nichtder Kardinal, der sogar durch einen Auftrag des Königs für dessen Generallieutes U„rio.§ebe.nanc der Armeen m poirou, Gamronge, Angoumois und. Aums erklärt,und dem der Herzog von Angouteme, nebst den Marschallen von Basssmpierre undGchomberg,und allen Officieren befehligt wurde, so zu gehorchen, wie dem König selbst.
Richelieu, der von dem abreisenden Ludwig die stärksten, sogar mit Thrä-nen begleiteten Versicherungen des königlichen Vertrauens erhalten hatte, setzte nunmehrmit angestrengter Thätigkeit die Bemühungen, Rochelle auszuhungern, fort. Erwach-te auch emen Versuch, die Sradr durch Ueberfall zu gewinnen, der aber fehl schlug. Un- Am n Märzterdes wurde der Damm immer vollkommener gemacht und die Flotte des Königs inbessern Stand gesetzt, um der englischen, die sich zum Entsatz der Stadt anschickte, wi-derstehen zu können. Die vornehmste Sorge des Kardinals, dem die Feldherrn würk-ttch Kenntniß und Scharfsicht in'ihren Geschäften nicht absprechen konnten, war aufBeobachtung der strengsten Mannszucht, und auf die, vollkommenste Verpflegung derTruppen gerichtet; und in der That litt das lager an keinem Bedürfniß den geringstenMangel. Der König kam wieder von Paris in das Lager zurück, und ließ acht Tage Am 17 April,hernach die Rocheller durch eiüen Herold auffordern: sie gaben ihm aber kein Gehör, in-dem sie durch den Religionseifer ihrer Priester und durch die Hofnung eines brittischenEntsatzes, der entsetzlichsten Hungersnoth ohngeachtet, noch immer auf der hartnäckig-sten Gegenwehr beharrten.
In der That erschien auch auf der Höhe vor der Martinsschanze eine aus 52. Am n May.grossen und 40. kleinern Schiffen bestehende Flotte, beladen mit Lebensrnitteln undKriegsbedürfnissen. Sie fand, daß es sehr schwer war, den Meerdamm anzugreifen,der von den am Ufer des Kanals angelegten Batterien, beschützt, und auf der einen Sei-le durch die königliche Flotte, aus der andern von zü. bewasneten Galeeren und sechsGallroten bedeckt war, die man mit mehrern Leuten, als gewöhnlich, besetzt hatte. DerGraf von Denblgh, Schwager des Herzogs von Bukingham, der die Flotte an-
Ce r führte,