29. Buch. Ludwig der Dreizehnte.
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52 voo ^Thalem ^ Dildniß vollstreckt und auf seinen Kopf eine Summe von
von ^ """ dergestalt gesperrt, daß es unmöglich war, irgend eine Art
nach " hmern zu bnngen. Der geringe Verrath in der Stadt verschwand
äugecheilk ob cr gleich den Bürgern und Soldaten nur nach Gewicht und Maasdas B^< Prediger,^ die Vorstellungen und
.,»>> . die schon drey Monate lang
das Beispiel der Herzogin von Rohan und ihrer Tochter, die schon drey Monate langPferdefleisch und vier oder fünf Unzen Brod täglich gegessen hatten, unterstützten dieSchwachem und erhielten den Muth der übrigen, besonders aber die Standhasttgkeudes Bürgermeisters und Befehlshabers, Johann Girlton. Dieser Mann war klemvon Person, aber groß an Geist und Muth, und machte grosse Schwierigkeiten, alsMan ihn, da die Belagerung schon ein halb Jahr gedauret hatte, zum Bürgermeister Äm 4^acMahlte. Da aber seine Mitbürger ihn durch die dringendesten Vorstellungen zur Ueber-Nahme dieser schweren Bürde zu bewegen suchten, ergriff er einen Dolch, und sagte:
N)ell rhrs haben wollt, so will ich Bürgermeister st'sn, aber mit dem Be-ding, daß es mir erlaubt se'g, dem ersten, der von dcr Ucbergabe der Stadtredet, den Dolch in die Brust zu stoßen. Mir selbst soll man dies thun,sobald ich geneigt dazu werden sollte; und ich verlange, daß dieser Dolchdeswegen auf dem Tisch des Zimmers, wo die Rathsversämmlungen ge-halten werden, liegen bleibe. Er behielt auch diese Denkart bis ans Ende. Alsder Mangel schon sehr zugenommen hatte, zeigte ihm einer seiner Freunde eine bekanntePerson, die vom Hunger völlig ausgezehrt war. Gulton antwortete: Sie findwohl darüber bestürzt? Es wird uns beiden eben so gehen, wenn wir kei-ne Hülfe bekommen. Ein andrer sagte ihm, es stürben so viele Leute Hungers, daßbald niemand mehr da seyn würde, und Gutes» erwiederte ganz kaltsinnig r Nungut, weun nur einer zum Thorsperren übrig bleibt!
Am achten Julius schrieb ihm der Kardinal, es wäre Zeit, daß die Rochellerdie Gnade des Königs anflehten, und man würde aufs schärfste gegen sie verfahren,wenn sie die Uebcrgabe länger aufschieben wollten. Der Trommelschläger, der den Briefüberbrachte, wurde ohne Antwort zurückgeschickt, weil man neue Hülfe aus Englanderwartete, und weil man hoste, die Herbststürme würden den Damm zerreißen. Ri-chelieu that noch mehr fruchtlose Aufforderungen. Inzwischen hielten die Abgeordne-ten von Röchelte zu London sehr kläglich um Beistand an, und erlangten endlich die Aus-rüstung einer Flotte zu Plymouth: allein, der Herzog von Bukingham, der sie an-führen sollte, und die Anstalten dazu machte, wurde am zweeten September ermordet.
König Rarl versicherte den Herrn von Soubise , der Tod dieses Ministers sollte keineVeränderung in dem Entschluß, der Stadt Rochelle beizustehen, verursachen. Er be«gab sich auch selbst nach Plymouth, und fand, daß Bukingham so langsam an derZurüstung der Flotte hatte arbeiten lassen, daß sie in drey Monaten noch nicht hätteunter Seegel gehen können: aber die Gegenwart des Königs beschleunigte die Arbeit,und man kam in wenig Tagen weiter, als vorher in vielen Wochen.
Weil aber doch diese Flotte so schnell nicht abseegeln konnte; so suchte der Bür-germeister die unruhigen und elenden Einwohner durch allerhand Nachrichten von derbaldigen Ankunft der Engländer, und da dies nicht hinreichen wollte, durch den Anfang
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