IÜ2Z
Am -9. Okt.
208 29. Buch. Ludwig der Dreizehnte.
chen Engländer in ihr land gebracht und auf keine Art beleidigt werden sollten.auf wurden die Gnadenbedingniffe, die ihnen der König bewilligte, umständlich angeM 'Am folgenden Tag schickten die Rocheller zwölf Abgeordnete, die einezu Fuß grenzen, aber so entkräftet waren, daß man ihnen Pferde borgen muste, "sie in das Quartier des Königs zu bringen. Sie sielen dem König zu Fuß, und ^ten im Namen aller Einwohner um Gnade und Speise. Die Abgeordneten derte erlangten besondere Artikel zum Vortheil der auf der englischen Flotte befindlichen § .nach England gcstüchteten Rocheller und andrer Franzosen. Der König schenkte WVerzeihung des Geschehenen, Erlaubniß zur Rückkehr in die französische Häfen, Emit den eroberten Schiffen, freie Uebung ihres Gottesdienstes, WiedereinräumuNZ ^rer Güter, und eine drey monatliche Frist zur Rückkunft in das Königreich.
Als die Abgeordneten wieder zur Flotte kämm, fanden sie den Lordgu, der aus England eine Vollmacht mitgebracht hatte, um einen Friedensvertrag ^scheu dem König und den Einwohnern zu Röchelte zu unterzeichnen. Er that, alses ihn befremdete, daß die Abgeordneten von der Flotte so eilfertig ohne ihn einentrag "geschloffen hätten: es war jedoch zu spät. Der Kardinal, verdrießlich daß Nfremde Macht sich in die Streitigkeiten der französischen Unterthanen mit ihrem K^mischte, war ihm durch ziemlich billige Bedingungen zuvorgekommen, und hindertedurch die Engländer, sich dieser Reformirten zur Erregung neuer Unruhen inFranft'Nzu bedienen. Zn Ansehung des Friedens mit Eritzland äußerte Richelieu, daß ^.der Erste ihn von Frankreich verlangen müsse; und überhaupt fieng er nach Ercbcckder Stadt Rochelle an, von den Engländern weit verächtlicher, als vorher, zu re^'Am ' 0 Okt. Als der Herzog von Angouieme und der Marschall von ScHomberg ^
' ' ' der französischen und schweizerischen Leibwache in Rochelle einzogen, fanden sie v»
dem Thor den Bürgermeister Guiton, der sie mit einer ganz kurzen Anrede enipm.und ihnen die Schlüssel der Stadt überreichte. Hierauf kündigte ihm Schomberg ^daß er nicht mehr Bürgermeister wäre, daß sein Amt und alle Freiheiten der Stadt § .gehoben wären, und daß er nun nichts weiter zu thun habe, als nach Hause zuwelchem Befehl er auch gehorchte. Um Plünderung zu verhindern ward allen Sold^bey Todesstrafe verboten, ohne ausdrücklichen Befehl in die Häuser zu gehn, lindlen, an den nöthigen Orten mit der grösten Aufmerksamkeit Wache zu halten. Die fta^fische Besatzung war bey ihrem Auszug 64. Mann stark, die aber so kraftlos warew Nsie sich kaum aufrecht erhalten konnten. Die englische aus 90. Mann bestehende AHung blieb bis am folgenden Tag in der Stadt, da sie dann eingeschift wurde. ^Am 1. Nov. Der König hielt erst einige Lage nach der Uebergabe seinen Einzug, we>Q^
erst die Gaffen und Häuser reinigen muste. Denn da die Lebenden nicht mehrgenug hatten, die Todten einzuscharren, so waren viele Leichname über der Erdegeblieben, deren abscheulicher Gestank die Luft vergiftete. Die Kirchhöfe warenbedeckt. Viele, die keine Hofnung mehr hatten, länger zn leben, waren selbstgekrochen, um dort den Geist aufzugeben. Man sah sie auf der Erde ausgestrr^ ^gen, wo sie den Platz ihrer Gräber gewählt hatten. Andre waren in ihren Ha"st^^blieben, wo ganze Familien umgekommen waren. Ueberhanpt sollen während der ,lschlieffung, die 14 Monate lang gedauret hatte, über 150-00 Personen vorund Elend gestorben seyn. Die noch lebenden sahen mehr beseelten Geripp^^s