Band 
Neun und dreyssigster Theil.
Seite
223
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29. Buch. Ludwig der Dreizehnte. 22z

Ferraresische zu begeben, und Etkees, Buzinelli und der Rest der vene-u"chen Besatzung erlangten freien Abzug.

A - Diese »mvermuthete Eroberung war für den Marquis Gpiuola eine starke BelagerungH-lsorderung, auch Casale einzunehmen, welche Hauptfestung er schon seitdem azsten d" Festungsecii^v^ ^^ooo Mann zu Fliß und ÜOOQ zu Pferd eingeschlossen hielt, und die er in b»

Wochen zu bezwingm gehoft hatte. Der Herr von Toiras, der sich durch diewheidigung des Fort St. Martin auf der Insel Re grossen Ruhm erworben hatte,

^ »och Befehlshabers Casale, und zugleich befand sich Herzog Ferdinand vontrenne, zweeter «ohn des Herzogs Aarl von Mamria, darinn, welches nichtScrl>^ ^ langwierigen Vertheidigung beitrug. Toiras hatte vorher alles möglichen,j. . ? um sich in gute Verfassung zu setzen; besonders verstärkte er die Festungswerkeder seltenen Betriebsamkeit, indem er und die vornehmsten Dsficiere der Besatzung,

^schof und die Klerisey selbst Hand dabey anlegten. Er that täglich Ausfalle, undUnd ka ^ die Arbeiten der Belagerer. Ueberhaupt hat es wenige so lang anhaltendeHz dlutige Belagerungen gegeben, als diese; beide Theile zeigten so viel Muth undvhi/Wmkeit, daß Gpinola das Betragen des Herrn von Torras, und dieser dieNew-k!" ^on bekannte Grösse des erstem erhob. Indessen übten beide die ihnen sonstlj^Miche Menschenliebe nicht gegen einander aus, und es ward fast gar kein Quarr^ Franzosen schoben die Schuld auf Spinola, als wenn er den An-

rvv? bazu gemacht hätte. Toiras that Vorstellungen deswegen: aber Sprnola ant-des°^e: er habe Befehl, Italien von den Franzosen zu saubern, die in den DienstenHz ?^rzogs von Nevers ständen, wofern sie sich nicht erklärten, daß sie allein demihr ^ dfm Frankreich dienten. Dies durften aber die Franzosen nicht sagen, indemsvt^uig betheuerte, daß er gegen das ganze Haus -Oestreich keine Feindschaft hege,tr>q ^ Urir seinen unrechtmäßig angegriffenen Bundsgenossen, den Herzog von Man-bejd'^rtheidige: auf der andern Seite hieß es, der Kaiser wolle seine Rechte auf dieHülf^ , dichslehn behaupten, und die Armee des Königs von Spanien sey als blosseTo>r Eer des Kaisers zu betrachten; sie lebten also beide mit Frankreich im Frieden.

wünschte inzwischen, den Marquis auf andre Gedanken zu bringen, und befahlWq, .^'u, daß man bey allen Gelegenheiten kein Quartier gäbe; ja, er ließ nicht ein-^ gefangenen Spaniern in Casale Brod reichen; jedoch erlaubte er, daß ihmlkbmsmirttl zuschicken durfte, welches aber so nachlässig geschah, daß vielebekannt ^mgers starben. Toiras wüste hierauf diesen Umstand im spanischen LagerLeuten «jauchen, welches eine solche Unruhe erregte, daß, wenn Gpinola bey seinenftn Hnh.^ in so grossem Ansetzn gestanden hätte, sich ein Theil derselben würde vertäu-chen, Gpmola ward dadurch bewegt, ein gemäßigteres Betragen zu versvre-wbvt unter einer, Bedingung, die den fast geschlossenen Vertrag nieder zerriß. ErUnd , die in französische Gefangenschaft gerathenen Spanier mit Geld auszulösen,

Und ausa",^ dabey, daß sie wieder bey seiner Armee dienen dürften: die gefangenenUach Frank ^u Franzosen hingegen sollten nicht wieder in Casale eingelassen, sonderndingß 3' schaft werden. Toiras nahm diese ungleiche Bedingung schlechter-

wnneri s un, sondern sagte, wenn wir unsere Feinde nicht in ihr Land zurückschicken"Ludest/» « wollen wir schon dafür sorgen, daß sie sicher in der andern Welt ankommen.

^»Mte seine Klugheit und sein Muth nicht den Mangel der Mannschaft und

des