29. Buch. Ludwig der Dreizehnte. 227
Und P. Joseph einer unverzeihlichen Uebereilung, einer Uebertretung-ihrer Volstdp ile hatten dem Kaiser in dem Vertrag 27 mal den Titel Majestät gegeben, und^ König nicht ein einzigesmal; sie hatten den König gleich durch den ersten Artikel ge--s, den König von Schweden zu untersuchen, der unter der Versicherung desI ^vzosischen Beistandes dem Kaiser Krieg angekündigt hatte. Beide bekamen für ihreVerhandlung scharfe Verweise. P. Joseph ward in ein Kapuzinecklostcr zu Pariss^^si'n, und Brülart muste dem Kalser nachreisen und ihm bekannt machen, daßKönig den Vertrag nie genehmigen würde, wofern njcht gewisse Artikel nach dessen^erlangen abgeändert würden. Den französischen Feldherren ward befohlen, daß sieven Vergleich nicht erfüllen sollten, wenn die Kaiserlichen darauf dringen würden. Die-stn Befehl hatte der Marschall von Schomberg auch schon vorher gehabt, daß er sichu die Unterhandlungen zu Regensburg nichts zu kehren hatte, indem Richelieu den^>ang derselben wohl wüste. Da nun der Stillstand am 15 ten Oktober zu Ende gieng,nd vermöge desselben die Citadelle von Casale dem Marquis von Santa» Cruz übergeden werden sollte, wofern sie nicht in 14 Tagen und also vor dem ersten November ent-setzt würde, so erhielt Schornberg weitem Befehl, im Fall der Noth mit dem Herr!vg von Savoyen und mit den kaiserlichen und spanischen Feldherren zu schlieffen, oderWenn er auch eine Schlacht wagen sollte, Casale zu entsetzen und die Ehre Frankreichszu retten.
Die Ausführung dieses Unternehmens war mit grossen Schwierigkeiten ver-knüpft. Man muste auf dreißig Meilen durch ein feindliches Land ohne Verrath, ohneHvfnung sonst hinreichende Lebensmittel anzutreffen und ohne einen Sicherheitsplatz beyve>n Rückzug zu haben, ziehen. Es sollte alsdann eine abgemattete Armee die wohlver-lchanzke spanische angreifen. Aber Richelieu ließ sich durch alle diese Bedenklichkeiten"lcht abschrecken. Er wollte nicht die Schande auf sich laden, daß ein Krieg, zu dem^gerathen hatte, durch einen so wenig vortheilhaften Vertrag geendigt worden wäre;'werden, äusserte er, daß der Herzog von Savoyen und Lollalto es gern sahen, wennsian die Spanier zur Annahme des Friedens zwange, und daß auch der Kaiser bey dem'^llen Fortgang der schwedischen Waffen gern seine Völker aus Italien ziehen wollte;^uch wurden die Spanier nicht mehr von einem herzhaften und erfahrnen Sprnola, son-einen, furchtsamen Sanra» Cruz angeführt, der nie ohne kaiserliche und savv-^ M Unterstützung ein Treffen wagen würde.
w tNazarmi gab sich wahrend des Stillstandes alle Mähe, Frieden zu stiften.
r that deswegen verschiedene Reisen an den savoyischen Hof, und zu den kaiserlichen,^sicher, und französischen Feldherren: aber alles war vergebens, indem Savoyen aufArt sich einlassen wollte, als wenn Frankreich feierlich verspräche, bey demqun ^ filier Armee ihm alle abgenommene Platze wieder einzuräumen. Diese BedinrGchomberg nicht eingehen, weil er wüste, daß Richelieu Pignerol nicht^ ^ürde und zugleich eine List von Savoyen und Spanien befürchtete, damit Sa-Uvll " E ftine Lander zu eben der Zeit wieder bekäme, da dem Herzog von Mantuaober Derter vorenthalten würden. LNazarini that noch einige Vorstellungen:fe i Gchomberg blieb bey seiner abschlägigen Antwort, und machte sich zum Entsatzändessen ward der Inhalt des regensburger Vertrags in Italien bekannt, und^ horte, daß derselbe ohne Zweifel zu Stande kommen.dürfte. Savoyen, Cols
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