Band 
Neun und dreyssigster Theil.
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228 29. Buch. Ludwig der Dreizehnte.

i6zo lalto und Mazaritti waren so wenig , als die französischen Feldherren damit zufried^Viktor Amadäus hatte sich geschmeichelt, bey dieser Gelegenheit den Mittler zwW''v den beiden grösten Machten Europens vorzristellen. Lollaltens Vollmacht, Frssbezu schliefsen, ward dadurch unnütz. dNazarmi hatte gehoft, sich sowohl am päbff^chen als am französischen Hofe Verdienste zu erwerben, und seine Absicht war wohldamals, an dem letztem sem Glück zu machen; alle diese Hofnungen waren gegenv^tig verlohren. Die Unzufriedenheit aller dieser Personen benutzte SchombergErreichung seines Zwecks.^ Mazarmi trug eine Unterhandlung an. ErSchombergen eine Verlängerung des Stillstandes vor, damit Santa - Ernzf'.zwischen die neue Vollmacht, die er von Madrid erwartete, bekommen könnte. ^Franzosen verwarfen dies um so mehr, da sie es als eine List des Marquis vonCruz betrachteten, der nur Zeit gewinnen wollte, seine Völker zusammen zu ziehen,ihnen bey dem Entsatz desto nachdrücklicher begegnen zu können. Diese Vermuth"^schien völlig gegründet. Der Marquis verlangte von Savoyen einige tausendum desto starker im Felde erscheinen zu können. Der Herzog schlug es ab, weit er ^der seine übrigen Platze von Völkern entblöfsen noch sich überhaupt schwachen wollte, ^mit er auf alle Falle, besonders wenn der Entsatz mißlingen sollte, gegen die Franz^mit Nachdruck handeln und ihnen die eroberten Plätze wieder abnehmen könnte. HiE'forderte der Marquis die dem Herzog zu seiner Vertheidigung überlassenen Truppen ^ihm zurück, und der Herzog stand lange an, ob er es thun wollte, bis er sie ihm ^noch verabfolgen ließ. Diese Handlung gefiel den Franzosen nicht wenig, und die ^mahlin des Herzogs wollte sich dieser Gelegenheit bedienen, ihn und ihren Bruder .der mit einander zu versöhnen. Der über Santa - Cruz verdrießliche Herzog el^sich, auf Frankreichs Seite zu treten, wenn der König den Stillstand verlängerte ^ihm die Parteilosigkeit auf einige Zeit zugestände, indem er sich nicht ohne allen B ,wand von den alten Verbindungen mit dem Kaiser und mit Spanien losreißenDie französischen Feldherren aber traueren dem Herzog nicht, der doch hierbey allemsehn nach aufrichtig gesinnt war, und glaubten, er würde nach Erlangung dieser BeEgungen den grösten Theil seiner Armee zu der spanischen stoßen lassen. Es warauch diese Unterhandlung fruchtlos, weil die Franzosen darauf bestanden, der HEsollte sich ohne Anstand öffentlich vor Frankreich erklären. ,

Auf diese Art blieb den französischen Befehlshabern Schomberg, laund Manllac nichts anders übrig, als nach Casale hinzuziehen. Ihre Armee besteraus 2OOOO Mann zu Fuß und zooo zu Pferd. Der eine führte das VordertrEder andere das Haupttreffcn und der dritte das.Hintertreffen, und täglich wechselte"*'ab. Derjenige, der das Haupttreffen führte, hatte auch den -Oberbefehl. Derneral Tavannes blieb mit 8ooo Mann zu Fuß und 500 zu Pferd gegen den HssÄvon Savoyen in Piemont stehen, um ihn zu hindern, daß er der Hauptarmeeins Hintertreffen fiele. Von Scarnafix, als dem Sammelplatz, trat die Armee 0Marsch an. Als sie zu Caucle einige Tage ausrichte, kam St. Eßtenne mit de>" ,gensburger Vertrag an. Schomberg, der seine besondern Befehle hatte, lasaufmerksam durch, lind erklärte sich gegen Mazarmr , gegen den venetianische" ^sandten und einen Minister des Herzogs von LNarmra, welche sich sämmtlich bey ^französischen Armee befanden, daß er nicht für seine Schuldigkeit halte, einen so ^