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Am 10 Nov. er sollte.
2Z4 29. Buch. Ludwig der Dreizehnte.
htte ihm grosse Ehrerbietung gegen seine Mutter eingeflößt; schickte sichs nun N)<Ädiese Tugend zu untergraben oder auszurotten? Er stellte sich, als wenn er den H'verlassen wollte; der König verbot es ihm, , und versprach, ihn zu unterstützen:wenn er bey seiner Mutter war, so vertheidigte er ihn so gar standhaft nicht. EHErcnd dieser Bewegungen erschien der Herzog von Vrleans, unter dem Vorwand en'erdichteten oder wörtlichen Unpäßlichkeit nicht bey Hofe. Doch endlich kam er, als Ich-der König nach seiner Gesundheit hatte erkundigen lassen. Dieser stellte ihm dendinal vor, bat ihn, diesen zu lieben und als seinen Diener zu betrachten; der He^versprach es zu thun, wenn sich nur der Kardinal so gegen ihn betragen würde, ^
Ain zehnten November hatte die Königin Mutter bey Hof bekannt machen
sen, daß sie Medicin nehmen wolle, um einen Vorwand zu haben, jedermann den ^tritt in ihre Zimmer zu versagen. Ihre Absicht war, den letzten Versuch bey dem ^nig, der sie des Morgens besuchen wollte, gegen Richelieu zu wagen. So baldgekommen war, schloß sie sich mit ihm in ihr Kabinet ein, damit sie niemand inUnterredung stöhren sollte. Der Kardinal, stets mißtrauisch gegen die Schwache ^Königs, wollte ihn bey so bedenklichen Umstanden nicht aus den Augen lasten, und kEdaher an die Gemacher der Königin Mutter. Er fand alle Thüren verschlossen: ^er aber alle Zugänge kannte, so schlich er sich durch eine kleine Kapelle, die Marie ^Mcvici zuzuschliessen vergessen hatte, in das Kabinet. Ah, Madame, rief derstürzte lind fast überwundene König, hier ist er! — Sie sprachen also von "Njsagte der Kardinal. — Keineswegs, versetzte die Königin Mutter. — Gewhen Sie's nur Madame! erwiderte Richelieu. Sie sah sich dazu genöthigt,sagte: Ja, wir sprachen von Ihnen, als von dem undankbarsten undderträchtl'gsten Menschen. Darauf fuhr sie fort, ihm alles herauszusagenvorzuwerfen, was der unversöhnlichste Haß nur immer einzugeben vermag. Der Kdinal bat, weinte, fiel auf die Knie nieder, um die erzürnte Königin zu besanfEund da sie unbeweglich blieb, so bat er den König, ihm zu erlauben, daß er den ^verlassen lind sich an einen andern Ort begeben dürfte, um daselbst Lebenslang das ^glück der Ungnade der Königin Mutter zu beweinen. Der König vereinigte seine ^ken mit der Bitte des Kardinals: allein, Marie drang weiter auf dessen AbsEund fragte den König unter Vergiessung häufiger Thränen, ob er so unmenschlichseiner Mutter einen Bedienten vorzuziehn? M
Die Geschichtschreiber lassen uns wegen der Folgen dieser Unterredung ingewißheit. Einige sagen, der König habe dem Kardinal würklich befohlen, sich Zll ^fernen; andere, der König habe sich damals nicht zu seinem Vortheil erklärt; desw^habe er auf seine Sicherheit gedacht, und befohlen, Wagen, Pferde und übrigesrarhschaft bereit zu halten, um nach Havre zu flüchten. Noch andere berichten, ^König habe ihm sagen lassen, er sollte sich einige Tage nach Pontoise begeben, n>K^,Königin leichter besänftiget werden könnte, wenn sie ihn nicht mehr vor AugenWie dem auch sey, Richelieu ließ einpacken und hielt sich für verlohren; und dienigin triumphirte schon, aber zu früh.
Der König , von Natur kalt und an sich haltend, konnte die lärmendeseiner Mutter nicht ertragen. Voll von Widerwillen gegen ihr Gewinsel, hatte er