Band 
Neun und dreyssigster Theil.
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29. Buch. Ludwig der Dreizehnte.

r 6zO Marschall, für die Urheber der Verschwörung wider den Kardinal, und beschlossen, ^

zur Warnung der übrigen, zuerst zu bestrafen. Der Staatssekretär Vrlle < aUtAm i r Nov. Llercs müsse ihm am folgenden Tag zu Glarigni die Siegel abfordern. Marilleübergab sie nebst dem gedachten Brief. Zugleich aber ward er selbst in Verhaft gen^,men, worinn er auch bleiben und sterben müsse (*). An demselben Tag ward anseGefangen- Marschall von Schomberg nach Italien der Befehl geschickt, den Marschall vondl»^Marichallsv^ klllac gefangen nehmen zu lassen. Die Siegel gab man dem Abbe' von LhateaUticmMarillac. mit eben den Vorrechten, die Marillac genossen hatte, nämlich, bey allen obernChateauneuf richtshöfen den Vorsih zu führen, und dem noch lebenden Kanzler zu seiner Zeit inwird Siegel.- ner Würde zu folgen, ohne erst neue Bestallungsbriefe darüber zu erwarten. Ricb^. lieu ließ ferner dem ihm ergebenen bisherigen Präsidenten lAikolaus le Iai, die ^eriler^DE ^ Präsidentenstelle im Pariser Parlament ertheilen, die durch den Tod Johanndem im Par- chards von Champtgni war erledigt worden.

lammt zu Pa- Inzwischen bemühte man sich vergebens, die Königin Mutter mit dem Kal^

ris. nal auszusöhnen. Die unglücklichen Friedensmittler unterliessen nicht, dem Kardi^

alles zu hinterbringen, was sie wider ihn ausstieß; und er gab sich Mühe, dasselbe aEzuschreiben, es dem König zu erzählen, und dadurch seine hartnäckigste Feindin umAchtung ihres Sohns zu bringen. Denn oft sagte Sie in der Hitze ihres Zornsge, deren Unwahrheit der König selbst einsah, und die der Kardinal brauchte, um sdem König als eine unbesonnene und wütende Person vorzustellen, die nur der Hest'?keit ihrer Leidenschaft folgte. Sie blieb sich auch in ihren Reden gar nicht gleich.gestand sie, Richelieu habe dem Staat ersprießliche Dienste geleistet: oft sagte sie d"'Gegentheil; und oft brauchte sie Ausdrücke, über die sich der König nothwendig ärg^muste. So unbedachtsam und eigensinnig sie handelte, so streng verfuhr der Kardi'^nach Grundsätzen. Er bemerkte alle Fehler seiner Feinde, und machte sie dembekannt: die seinigen aber verbarg er listig. Sein kalter und stiller Haß blieb immer > ,den Schranken der strengsten Behutsamkeit. Stets redete er ehrerbietig von dernigin Mutter, und es entwischte ihm kein Wort, aus dem seine Feinde hättentheil ziehen können. Er hielt überall Kundschafter, die ihm alle Worte seiner Widckjacher hinterbrachten, die er genau überdachte, um daraus Folgen zu ziehn, die Aallemal durch den Ausgang bestätigt wurden. Auf diese Art zerstreute er eine aus leiaHsinnigen Hofleuten und erzürnten Damen bestehende Partey, die ihm blos einen ob'mächtigen Haß ohne Klugheit entgegen setzen konnte, und die durch die Bemühung^ihn zu stürzen, ihr eigenes Unglück beförderte. .

Richelieu -Ob sich gleich der König bemühet hatte, den Herzog von Orleans mit d?

sucht den Her- Kardinal auszusöhnen, so vermuthete dieser doch, der Prinz möchte ein geheimes 2 ^.zog v.Orleans siändniß mit der Königin Mutter haben; er bemühete sich daher, ihn zu gewinnen, u"zu gewinne«, befolgte dabey den Rath, den ihm Basfömplerre gegeben hatte. Dem einen Vertt^ten des Herzogs, pü^laurens, wurden ivoooo Thaler gegeben, um die LandE,Damville zu kaufen, die der König zu einem Herzogthum und zu einer Pairie zu ^ben versprach. L-e Loigneux bekam die durch le Zar erledigte Präsidentenstelle, ^dem Versprechen eines Kardinalshutes; und Monsignor, der Obersekretar des H ^

zogs, empsieng 50020 Franken. Auch der Marquis von Rambouillet, der

0 Am 7 ttN August »6zr.