29 . Buch. Ludwig der Dreizehnte. 2Z7
Unterhandlling getrieben, wurde belohnt. Nunmehr änderte der Herzog von *den Ton gegen Richelieu, indem er ihm die stärksten Versicherungen des^Awvllens und des Schuhes gab. Der Kardinal dankte ihm verbindlichst, ob er^ch nicht viel darauf bauete, weil ihm der leichtsinnige Charakter dieses Prinzen und^ unersättliche Habsucht seiner Diener bekannt war. ,
. Durch viele Bitten und Vorstellungen bewegte man endlich die Königin Mut-r, den Kardinal wieder voy sich zu lassen, und zwar in Gegenwart des Königs, des^U'als Bagrn , der die Stelle eines pabstlichen Bothschafters in Frankreich versahd der ein vertrauter Freund von Richelreu war, und des P. .Süflfren. Sie em-seng ^ «der so kaltsinnig, daß alle Anwesende sich darüber ärgerten. Süffren ließdabey nicht bewenden; als Beichtvater stellte er ihr sehr lebhaft die Pflicht der VerzerrMng vx>r, und weil besten Frömmigkeit überhaupt viel bey ihr galt, kam es so weit, daß, dem Kardinal in Güffrens Gegenwart ein neues Gehör verlieh. Bey dieser Umerrednng ließ Richelreu weit mehr Bitterkeit, Troh und Rachgier blicken, als MasMedici. Er stellte sich Anfangs sehr demüthig und ehrerbietig, und wolltesich Nicht niederlassen, ohngeachtet die Königin es verlangte; unter dem Vorwand, daßin Ungnade gefallener Mann, diese Gnadenbezeugung weder annehmen könne nochdürfe. Sie sprach von allem, was vorgefallen war, und versicherte, sie sey nie WillItns gewesen, ihn um seine Ministerstelle zu bringen, sondern ihn nur von ihrem Hof-staat wegzuschaffen. Richelieu hielt ihr vor, daß sie doch bey voller Versammlung derHofdamen gesagt hätte, entweder sie oder er, müste den Hof meiden. Er versichertem mit vielen Worten seiner Ehrerbietung, seiner Unschuld und seines Eifers, womit er^ Gnade suche. Zugleich bezeugte er, daß er nicht verlange, wieder in ihren Hof-Aufgenommen zu werden, sondern sein ganzer Wunsch wäre der Genuß ihrer Gna-kaii uräre ihm ihre Gemüthsart, bey seinen vierzehnjährigen Diensten, so wohl be-sit worden, daß er nie mit Grund auf die Erfüllung dieses Wunsches hoffen könnte;-Ugens würde er unablässig in Bezeigung seines äusserst lebhaften Eifers für ihren^nst fortfahren, ob er gleich keine Hofnung mehr hätte, ihre Gunst wieder zu gewin-Das hieß eben so viel, sie sey viel zu hartnäckig, als daß man sich je mit ihr ver-' Ken könnte. Als er auf den wahren Beweggrund ihres Hasses drung, gab sie ihmHuld, ^ habe die Vermählung des Herzogs von Orleans mit der Prinzessin Mas.zu befördern gesucht, lind warf ihm vor, das Schicksal der Herren von Marillachsire blos von deren Ergebenheit gegen ihre Person her. Richelieu vertheidigte sichsuchst gut; und die Königin machte der Unterredung ein Ende, indem sie zu ihm^ sie würde künftig ihr Betragen gegen ihn nach dem seinigen gegen sie abmessen.
u»na k ^ die Königin Mutter zum erstenmal, nach dem Tag der betrogenen Hof- Ambey ^ e ^ Staatsrath beiwohnte, muste sie ihre Stimme zu einigen Veränderungen ge-Und a? ^hr sie auch wider ihre Wünsche liefen, z. B. daß der ihr verhaßte GroßpriorFq^erzog von Vendome des Gefängnisses wieder entlassen (*), daß die Gräfiy düUnters Uom Hof entfernt, daß ihr häufiger Umgang mit dem spanischen Gesandten
Lochen werden sollte. Seit der Zeit kam sie nie wieder in den Staatsrath.
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Nun
lassen"^ »ber doch da« Königreich meiden und sein Gouvernement von Bretagne fahren