Band 
Neun und dreyssigster Theil.
Seite
239
JPEG-Download
 

29. Buch. Ludwig der Dreizehnte. 2Z9

^-.^Weux einen Kardinalshirt verlangt, allein nur eine allgemeine Antwort darauf ^^3 rha ten. Der Pabst wollte sich eigentlich deswegen nicht dazu versteh», weil le Coig-d öwey- oder gar dreimal vermahlt gewesen war, und Pabst Sixrus der Fünftenick verordnet hatte, daß Männer, die sich in die zwote Ehe eingelassen,

de L ^i"äle sollten werden können. Inzwischen glaubte le Cotgneup, dieses Hin-l'uß wäre zu heben gewesen, wenn nur der König und Richelieu hatten Ernst an-öden wollen. pü'tlaurenö aber bildete sich ein, der Kardinal hindere unter der^aiid den Kauf der Herrschaft Damville. Die Königin Mutter suchte durch Unter-Mtung des Mißvergnügens der beiden Günstlinge den Herzog von Orleans wieder zu -xyrer Partey zn ziehen. Und dieser leichtsinnige Prinz änderte auch plötzlich seine Gesm-"'gen gegen den Kardinal, beschloß, öffentlich mit ihm zu brechen, sich in die Städtechm zugetheilten Landschaften zu begeben, oder, wenn es seyn müste, gar das Kö-. §relch zu verlassen. Die Feinde des Kardinals Höften, daß diese Entfernung einen'Nerl^chen Krieg verursachen würde, daß der heftigste Unwille in den Gemüthern aller^anzosen entstehen müste, wenn sie sähen, daß der vermuthliche Kronerbe herumirrteNd von dem Kardinal verfolgt würde; daß die mißvergnügten Grossen und das Volkseiner Vertheidigung die Waffen ergreifen, und der König genöthiget werden würde,

^n Kardinal seinem Unglück zu überlassen. Der spanische Gesandte, der an allen die-nn Ranken Theil nahm, ließ dem Prinzen Geld anbieten, um Truppen zu werben. Ehe

Herzog von Grleans Paris verließ, besuchte er auf Anrathen des Präsidenten Am i. Febr.-^Eoigneux den Kardinal, kündigte ihm alle Freundschaft auf, lind begleitete seinesetzen mit so drohenden Blicken, daß Richelieu zu zittern ansieng. Vielleicht warles ein Glück für den Kardinal, weil sonst die den Herzog begleitenden Edelleute diete ihn würden gelegt haben, wenn er sich trotzig und unehrerbietig betragen hat-Mir s - selbst gedenket keiner Drohungen, sondern meldet, der Herzog habe

h. '""Wort, ihn zu begünstigen, zurückgenommen. Der Herzog rechte noch anlj.c Tag ah, ohne vorn König, der zu Versailles war, Abschied zunehmen, unddurch den Herrn von Lhaudebonne die Ursachen seines Entschlusses bekanntdaß eL.udrmg hörte sie kalrsinnig an, und antwortete blos, er wundere sich sehr,stie a Arider so übereilt abgerecht wäre. Hierauf kehrte er schnell nach Paris zurück,

^dey dem Kardinal ab, und sagte zu ihm: Fürchtet Euch Nicht; ich werde^ gegen jedermann, meinen Bruder nicht ausgenommen, beschützen;

Ehre steht dabey aufdem Spiet; das Uebel, das man Euch zufügenv, ^verde ich als mir selbst geschehen betrachten, und ich werde Euchdeichen wissen. Richelieu muthmaßte nicht ohne Gründe, daß die Entweichungte d^^zogs von Grleans mit der Königin Mutter sey verabredet worden. Er erösne-8a„ König seinen Verdacht, der dann gewiß glaubte, seine Mutter habe ihn hinter-deg§^ als sie ihn hatte versichern lassen, sie habe kein Mitwissen von der EntfernungKardi^?^' ""d ^ ihr dies vor. Die Königin vermuthete gleich, daß es vornihr al herrühre. Sie spie Feuer und Flammen gegen ihn aus, und verletzte dadurch^ rede« Tage zuvor gethanes Versprechen, nicht mehr vom Kardinal

Wißßps . Die Verstellung der Königin Mutter, ihre Unbeständigkeit und ihr Eigensinn, Der König""er dem König so sehr, daß er endlich beschloß, ihren ersten Leibarzt, Vermiet, auf entfernt fein-den